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Depression von Demenz-Patienten lässt sich mit sozialer Interaktion behandeln

Dienstag, 8. Juni 2021 – Autor:
Menschen mit Demenz leiden oft auch an Depressionen. Die lassen sich gut oder sogar besser mit nichtmedikamentösen Therapien behandeln. Wie etwa sozialer Interaktion.
Soziale Interaktion wie Erinnerungstherapie lindert Depression bei Demenz-Patienten

– Foto: Adobe Stock/Gabriele Rohde

Menschen mit Demenz leiden nicht selten an Depressionen. Die lassen sich gut oder sogar besser mit nichtmedikamentösen Therapien behandeln. Wie etwa sozialer Interaktion. Das besagt eine im Fachmagazin BMJ veröffentlichte Studie.

50 Millionen Menschen weltweit haben eine Demenz-Diagnose. Ungefähr 16 Prozent dieser Patienten haben eine diagnostizierte schwere Depression, 32 Prozent leiden ohne formale Diagnose an depressiven Symptomen. Frühere Studien zeigten bereits, dass Interventionen wie zum Beispiel Bewegung die Symptome lindern.

Sieben Interventionen verringern Depressionen

Es war aber unklar, wie wirksam sie im Vergleich zu Medikamenten sind. Um das zu klären, analysierten die Forscher um Dr. Jennifer A. Watt vom St. Michael's Hospital in Toronto die Ergebnisse bestehender Studien. Einbezogen wurden 256 Studien mit 28.483 Demenz-Patienten mit oder ohne diagnostizierter schwerer depressiver Störung.

Sie fanden heraus, dass bei Menschen mit Demenz ohne Major Depression, die Symptome einer Depression aufwiesen, sieben Interventionen die Depressionssymptome verringern und dabei ebensogut wirken wie Medikamente.

 

Demenz: Soziale Interaktion wirkt gegen Depression

Das sind kognitive Stimulation, kognitive Stimulation kombiniert mit Cholinesterasehemmer (ein Medikament zur Behandlung von Demenz), Massage- und Berührungstherapie, multidisziplinäre Pflege, Ergotherapie, Bewegung kombiniert mit sozialer Interaktion und kognitiver Stimulation sowie Tiertherapie und Erinnerungstherapie (eine Behandlung, die Menschen mit Demenz hilft, sich an Ereignisse, Menschen und Orte aus ihrem Leben zu erinnern).

Eine größere Wirksamkeit im Vergleich zur medikamentösen Behandlung bei Menschen mit Demenz ohne Diagnose einer Major Depression zeigte sich bei Massage- und Berührungstherapie, kognitiver Stimulation in Kombination mit einem Cholinesterasehemmer und kognitiver Stimulation kombiniert mit Bewegung und sozialer Interaktion. Die Depression von Demenz-Patienten lässt sich also auch so behandeln.

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