. Entzündliches Rheuma

Darum verschlimmert Rauchen Morbus Bechterew

Auffällig viele junge Menschen mit Morbus Bechterew (axiale Spondyloarthritis) rauchen. Dabei ist Tabak ein echtes Gift für alle entzündlichen Formen von Rheuma. Ein Rauchstopp ist deshalb fester Bestandteil der Therapie
Rauchen, Morbus Bechterew, Entzündung

Weil Rauchen Entzündungen verstärkt, sind Zigaretten Gift für Patienten mit Morbus Bechterew

Morbus Bechterew tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Bei der Erkrankung, die heute axiale Spondyloarthritis genannt wird, kommt es zu einer chronischen Entzündung in der Umgebung der Wirbelsäule. Mit der Zeit versteift die Wirbelsäule immer mehr. Die Ursachen sind wie bei allen rheumatischen Erkrankungen noch nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass jeder zweite Patient mit der Diagnose Spondyloarthritis aktiver oder ehemaliger Raucher ist und Rauchen mit einem früheren Auftreten von Krankheitsanzeichen verbunden ist.

Jeder zweite Patient ist oder war Raucher

„Rauchende Patienten haben meist stärkere Rückenschmerzen und die Veränderungen im Röntgenbild sind ausgeprägter als bei nichtrauchenden Patienten“, berichtet Prof. Hendrik Schulze-Koops Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auch schreite die Versteifung der Wirbelsäule bei Rauchern meist rascher voran, meint der Rheumatologe.

Zwar gebe es bislang keine Hinweise, dass Rauchen zu den Auslösern der Erkrankung gehöre. Doch Rauchen verschlimmere jede entzündliche Form von Rheuma. Warum?  „Die Schadstoffe aus dem Tabakrauch lösen im Blut eine Entzündungsreaktion aus“, erklärt Schulze-Koops. Der Laborwert CRP (C-reaktives Protein) sei häufig erhöht und verstärke die chronische Entzündung, die bei Rheuma die Gelenke angreift und zerstört.

 

Studie belegt höhere Krankheitsaktivität bei Rauchern

Die ungünstige Wirkung des Rauchens wurde kürzlich durch eine Untersuchung von 2.000 Patienten mit Morbus Bechterew aus Großbritannien bestätigt. Auch dort war die Hälfte der Patienten aktiver Raucher oder ehemaliger Raucher. Diese Gruppe hatte eine höhere Krankheitsaktivität und sie litt häufiger unter Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst und Depressionen, die häufige Folgeerscheinungen einer axialen Spondyloarthritis sind. Die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Rheumatology“ veröffentlicht.

Leitlinie empfiehlt Rauchstopp

Ein Rauchstopp ist deshalb fester Bestandteil der Therapie. "Die Patienten sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, schädliche Einflüsse von Tabakrauch zu meiden“, sagt Professor Schulze-Koops. Dazu gehört das kostenlose „rauchfrei“-Ausstiegsprogramm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), aber auch Selbsthilfegruppen, eine psychologische Beratung, Nikotinersatzstoffe oder Medikamente. Die Kosten für Nikotinersatzstoffe oder Medikamente werden von den Krankenkassen derzeit allerdings nicht übernommen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie rät in ihrer Leitlinie zur axialen Spondyloarthritis allen Patienten dringend dazu, mit dem Rauchen aufzuhören, um das Fortschreiten der Erkrankung zu begrenzen.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rheuma , Rückenschmerzen , Rauchen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Morbus Bechterew

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.