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Cranberry-Präparate helfen gegen wiederkehrende Blasenentzündungen

Montag, 18. Oktober 2021 – Autor:
Cranberry-Präparate könnten gegen wiederkehrende Blasenentzündungen helfen. Das ergab eine Studie im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Cranberrys werden schon lange bei Blasenproblemen empfohlen

– Foto: Adobe Stock/margo555

Cranberry-Präparate könnten gegen wiederkehrende Blasenentzündungen helfen. Das ergab eine  Studie im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) .

Wissenschaftler unter Federführung der Gesundheit Österreich suchten eine Antwort auf die Frage, ob es für Frauen mit einer unkomplizierten wiederkehrenden Blasenentzündung eine (pflanzliche) Alternative zur Behandlung mit Antibiotika gibt.

Cranberrys gegen wiederkehrende Blasenentzündungen

Vorläufiges Ergebnis ihrer Datenauswertung: Cranberry-Präparate könnten wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen. Zur Wirksamkeit von Cranberrys bei der Akutbehandlung von symptomatischen Episoden bei Frauen mit unkomplizierter wiederkehrender Blasenentzündung haben die Wissenschaftler keine Belege finden können.

Harnwegsentzündungen kommen bei Frauen wesentlich häufiger vor als bei Männern. Typische Symptome sind schmerzhafter, häufiger oder unbeherrschbarer Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen oberhalb des Schambeins. Bei zwei oder mehr symptomatischen Episoden pro Halbjahr beziehungsweise drei oder mehr Episoden innerhalb eines Jahres spricht man von wiederkehrender oder rezidivierender Blasenentzündung.

 

Behandlung mit Antibiotika und Phytotherapeutika

Behandlungsoptionen für (rezidivierende) Blasenentzündungen umfassen sowohl antibiotische als auch nicht-antibiotische Therapien wie verschiedene pflanzliche Mittel (Phytotherapeutika). Ob der präventive Einsatz von anderen Phytotherapeutika außer Cranberry sinnvoll sein kann, lässt sich aufgrund der sehr wenigen verfügbaren Daten nicht ausreichend beurteilen.

Ausgangspunkt des vorliegenden Berichts war die Frage einer Bürgerin, die sie beim ThemenCheck Medizin des IQWiG einreichte. Sie wollte wissen, ob es eine Behandlungsalternative zu Antibiotika gibt. Viele Menschen stünden einer regelmäßigen Einnahme von Antibiotika kritisch gegenüber. Aber auch gemäß in der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie wird der präventive Einsazu von Antibiotika nur selten empfohlen.

Stellungnahmen zu der Studie erbeten

Das IQWiG bittet nun bis zum 5. November 2021 um Stellungnahmen zu dem vorläufigen Bericht. Personen, Institutionen und Fach-Gesellschaften können Kommentare dazu abgeben. Die Ergebnisse können zu Veränderungen und/oder Ergänzungen des Berichts führen.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Antibiotika , Blasenstörung , Urologie , Komplementärmedizin
 

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