Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.03.2020

Coronavirus: So schnell steigen die Fallzahlen in Deutschland

Vor einem Monat gab es in Deutschland (überschaubare) 16 Coronavirus-Infektionen. Jetzt sind es über 3.000. Dabei sind auch dies aktuellen Zahlen schon längst überholt.
Exponentieller Anstieg von Coronavirus-Infektionen in Deutschland

Exponentieller Anstieg von Coronavirus-Infektionen in Deutschland

Dem Robert Koch-Institut wurden bis zum 13. März 3.062 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Wie rasant sich die Infektionen in den letzten vier Wochen ausgebreitet haben, zeigen diese Vergleichszahlen:

Am 12. Februar gab es offiziell 16 Corona-Infektionen in Deutschland. Kurz nach Karneval, am 2. März, stieg die Zahl dann auf 130 Infektionen. Danach gab es kein Halten mehr: Am 9. März waren es schon 1.182 Infektionen, am 12. März 2.369 und am 13. März dann 3.069.

Die aktuellen Zahlen sind zehn Tage alt

Zu den gemeldeten Infektionszahlen muss man wissen, dass sie nicht der aktuellen Lage entsprechen. Der Virologe Alexander Kekulé sagt: Bis eine Infektion gemeldet wird, vergehen im Schnitt zehn Tage. Denn erst müssen ja Krankheitssymptome auftreten, dann muss derjenige zum Arzt, dann dauert das Testergebnis ein bis zwei Tage und bis die Info bei den Meldebehörden ankommt verstreichen auch noch mal ein bis zwei Tage. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von Infektionen, die unerkannt bleiben. Wie hoch die ist, weiß im Augenblick niemand. Was man aber weiß, ist, dass die Coronavirus-Infektion oft ohne ausgeprägtere Symptome verläuft und dass Ärzte nicht alle Menschen testen (können), die über Symptome klagen.

Exponentieller Anstieg war abzusehen

Ein unerkannter Infizierter steckt im Schnitt drei weitere Menschen pro Woche an. Dieser exponentielle Anstieg war abzusehen und man kann sich nur wundern, warum nicht früher die Pandemiepläne aktiviert und drastischere Maßnahmen wie Schulschließungen ergriffen wurden. Das hätte die Infektionswelle vielleicht noch abbremsen können.

Laut Kekulé ist bei bis zu 200 Infektionen in einem Land noch ein „Austrteten“ der Infektionsherde möglich. Danach nicht mehr. Das weiß man aus anderen Pandemiegeschehen. Die Zahl 200 war in Deutschland vermutlich schon Ende Februar überschritten. Währenddessen wurde noch munter in Fastnacht, Fasching und Karneval gefeiert, Fußballspiele ausgetragen und argumentiert, Coronaferien seien unverhältnismäßig.

Nach dem ersten Todesfall in Deutschland wurde reagiert

Erst nachdem der erste Todesfall in Deutschland aufgetreten war - am 9. März starben zwei Menschen in NRW am Coronavirus - riet Gesundheitsminister Jens Spahn, Großveranstaltungen ab 1.000 Menschen abzusagen.

Inzwischen haben viele Bundesländer ihre Schulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen, weil sie einsehen müssen, dass eine punktuelle Schließung nichts bringt. Berlin will am Montag stufenweise seine Schulen schließen. Berlin hatte am 2. März seinen ersten Coronafall. Innerhalb von elf Tage, am 13. März, gab es 174 Mal so viele.

Foto: ©AdobeStock/Halfpoint

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus-Pandemie

Donald Trump lockt die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac mit viel Geld, exklusiv für die USA einen Impfstoff zu entwickeln. China droht, keine Medikamente mehr in die USA zu liefern. Indien verhängt Exportbeschränkungen für Antibiotika. Und die innereuropäische Solidarität ist erbärmlich. Wo soll das hinführen?

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin