Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.03.2020, aktualisiert: 23.03.2020

Coronavirus: Pneumokokken-Impfstoff knapp

Älteren Menschen wird angesichts des grassierenden Corona-Virus geraten, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Doch durch die weltweit gestiegene Nachfrage sind die Impfstoffe knapp geworden.
Impfen, Impfung, Impfstoff

Bei Impfstoffen gegen Pneumokokken gibt es Lieferschwierigkeiten

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) appelliert an alle Senioren, sich angesichst des grassierenden Coronavirus gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Denn eine Infektion mit Pneumokokken kann für besondere Personengruppen, insbesondere in Verbindung mit einer Erkrankung an COVID-19, lebensbedrohlich werden.

"Eine Pneumokokken-Impfung ist extrem wichtig, da bei geimpften Patienten eine Lungenentzündung mit deutlich milderen Symptomen verläuft als bei nicht-geimpften Patienten", so Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena.

Coronavirus: Pneumokokken-Impfstoff knapp

Doch durch das Coronavirus ist jetzt der Pneumokokken-Impfstoff knapp geworden. Das Paul-Ehrlich-Insitut (PEI) meldet Lieferengpässe bei den Impfstoffen Pneumovax 23 und Prevenar 13 - bis auf weiteres sind beide nur eingeschränkt lieferbar.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt daher, derzeit nur bestimmte Risikogruppen zu impfen. Um besonders vulnerable Personengruppen möglichst effektiv und entsprechend ihrem Risiko zu schützen, soll wie folgt vorgegangen werden:

 

Prevenar 13 nur für Säuglinge

Die Prävention von invasiven Erkrankungen, Lungen- und Mittelohrentzündungen, die durch Streptococcus pneumoniae verursacht werden, stellt insbesondere bei Säuglingen eine essentielle Intervention dar. Prevenar 13 soll daher ausschließlich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von 2 Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar 13 nicht verfügbar sein, kann auf Synflorix  ausgewichen werden. Pneumovax 23 kommt aufgrund fehlender Daten und schwacher Antikörperantwort für diese Altersgruppe nicht in Frage.

Pneumovax 23 soll prioritär für folgende Personengruppen verwendet werden: Patienten mit Immundefizienz (auch unter immunsuppressiver Therapie), Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel COPD sowie Senioren älter als 70 Jahren.

Nur Risikogruppen impfen

Bis auf weiteres soll von der Impfung anderer Bevölkerungsgruppen abgesehen werden. Daher bitten das PEI und  die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) ausdrücklich alle Apotheken, welche Arztpraxen oder Institutionen mit den genannten Impfstoffen beliefert haben, umgehend zum Sachverhalt zu informieren.

"Bitte achten Sie bei der Abgabe von Prevenar 13 und Pneumovax 23 auf die korrekte Umsetzung der aktuellen STIKO-Empfehlungen inklusive der priorisierten Impfempfehlungen", heißt es in einer Mitteilung  der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Pneumokokken besiedeln den Nasen-Rachen-Raum

Pneumokokken besiedeln den Nasen-Rache-Raum. Meist verursachen sie keine Symptome. Allerdings kann die Infektion schwer verlaufen und bei sehr jungen oder alten Patienten zu einer Nasennebenhöhlenentzündung, einer Mittelohrentzündung oder einer Lungenentzündung führen.

Foto: Adobe Stock/Dan Race

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenentzündung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
In Deutschland gibt es ein weltweit einmaliges System von mehr als 12.000 Betriebsärzten – eine Option, um die schleppend laufende Breitenimpfung gegen COVID-19 in Schwung zu bringen. Eine große Mehrheit der Beschäftigten würde ein Impfangebot ihres Arbeitgebers begrüßen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV.


Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin