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22.03.2021

Corona-Pandemie hat keine Auswirkungen auf den Klimawandel

Durch die Corona-Lockdowns sind weltweit die Emissionen an Treibhausgasen zurückgegangen. Doch der Klimawandel wird dadurch nicht aufgehalten, wie neueste Modellrechnungen von Klimaforschern zeigen.
Der Klimawandel trotzt dem Emissionsrückgang während Corona-Pandemie, so Klimaforscher

Der Klimawandel trotzt dem Emissionsrückgang während Corona-Pandemie, so Klimaforscher

Groß war die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie wenigstens gut fürs Klima sein könnte. Tatsächlich ist 2020 auch der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen und Aerosolen wegen der Lockdowns und des eingeschränkten Reiseverkehrs deutlich gesunken. Doch Klimaforscher der Universität Köln sehen keine nachhaltigen Auswirkungen: Der Rückgang der Emissionen durch die weltweiten Covid-19-Lockdowns sei sowohl vom Ausmaß als auch von der Dauer her zu gering gewesen, um einen signifikanten Einfluss auf das globale Klima zu haben, heißt es in einer Presseerklärung. Grundlage für die Aussage ist eine neue Studie von einer Gruppe von 49 internationalen Forschern, an der auch Professor Stephanie Fiedler vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität Köln mitgewirkt hat.

Weniger Aerosoloe führen sogar zu leichtem Temperaturanstieg

In der Studie „CovidMIP“ wurde untersucht, ob der durch die Lockdowns verursachte Rückgang der Emissionen Auswirkungen auf das globale Klima hat. Dafür verglichen die Forscher die Ergebnisse von einem Dutzend Erdsystemmodellen – kurz MIPs. Mit deren Hilfe können Klimasignale identifiziert werden. Die Modellsimulation zeigten eine Abnahme der optischen Dicke der Aerosole und eine Zunahme der Sonneneinstrahlung, die die Oberfläche des Planeten erreicht, wobei die größten Auswirkungen über Indien und China simuliert wurden. Anschließend untersuchten die Forscher, wie sich die Veränderungen in der atmosphärischen Zusammensetzung auf Temperatur und Niederschlagsmuster auswirken können.

Während ein leichter Anstieg der Sonneneinstrahlung, die die Erdoberfläche erreicht, aufgrund von weniger Aerosolen beobachtet wurde, gab es nur geringe Auswirkungen auf die globale Temperatur. Dort, wo die Aerosole regional am stärksten reduziert wurden, zeigten die meisten Modelle eine leichte Erwärmung, die aber meist weniger als 0,1 Grad Celsius im Vergleich zu einer Simulation ohne die pandemischen Einflüsse beträgt. Auswirkungen auf Niederschlagsmuster – oder mengen konnten in der Studie nicht gefunden werden.

 

Veränderungen nicht nachhaltig genug

„Wir kommen zu dem Schluss, dass die Veränderung wahrscheinlich nicht nachhaltig genug waren, um einen spürbaren Einfluss auf das Klima zu haben“, erklärt Professor Stephanie Fiedler. Dennoch könnten die Ergebnisse Prioritäten für zukünftige Arbeiten setzen. "CovidMIP liefert Klimamodell-Output für neue Erholungsszenarien für die Zeit nach der Pandemie bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts. Dazu gehören Entwicklungsszenarien, die eine Zukunft mit mehr grünen Technologien beschreiben, sowie Szenarien, in denen wir zu einem ähnlichen Verhalten wie vor der Pandemie zurückkehren“, sagt Klimaforscherin Fiedler.  Solche Daten seien nützlich, um zu untersuchen, wie sich das Klima in Abhängigkeit von verschiedenen menschengemachten Emissionsszenarien nach Ende der Pandemie weiter verändern würde. Die Forscher erwarten unterdessen, dass die Emissionen wieder ansteigen werden, wenn die Lockdowns und Reisebeschränkungen weltweit beendet werden.

Die Studie "The Climate Response to Emissions Reductions due to Covid-19: Initial Results from CovidMIP" wurde im  Journal “Geophysical Research Letter” veröffentlicht.

© Adobe Stock/ fovito

Autor: ham
Hauptkategorien: Umwelt und Ernährung , Corona
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