Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Corona-Masken: Vorsicht beim Online-Kauf

Mit der Verschärfung der Maskenpflicht steigt die Nachfrage nach medizinischen Gesichtsmasken – vor allem nach weißen FFP2- und grünen OP-Masken. Insbesondere im Internet locken viele Anbieter mit Sonderangeboten und bieten hohe Stückzahlen zu geringen Preisen an. Tipps vom TÜV, damit man nicht auf die Tricks unseriöser Online-Händler hereinfällt.
CE-Kennzeichnung, Code von Prüfinstitut und Prüfung, Schutzklasse, Jahr und Code der Prüfung: Die Eine umfangreiche Kennzeichnung soll die Qualität von FFP2-Masken beweisen.

CE-Kennzeichnung, Code von Prüfinstitut und Prüfung, Schutzklasse, Jahr und Code der Prüfung: Eine umfangreiche Kennzeichnung soll die Qualität von FFP2-Masken garantieren.

Apotheken oder Drogerieketten beziehen Schutzmasken in der Regel über ein etabliertes Netz ihnen bekannter Großhändler. Kunden können deshalb davon grundsätzlich darauf vertrauen, dass die angebotenen Produkte qualitativ hochwertig sind. „Diese Annahme lässt sich nicht auf jeden Online-Händler übertragen“, warnt jetzt der TÜV-Verband (VdTÜV ). „Im Internet ist es für unseriöse Händler leichter, mangelhafte Ware in Umlauf zu bringen, sich kritischen Nachfragen zu entziehen oder die Rücksendung zu erschweren.“

Mangelhafte Masken können der Gesundheit schaden

In Online-Shops werden nach Beobachtungen des TÜV immer wieder mangelhafte Schutzmasken angeboten, die nicht den vorgeschriebenen Normen für die jeweilige Produktgruppe entsprechen. „Mangelhafte OP-Masken oder FFP2-Masken haben in der Regel eine deutlich verringerte Schutzwirkung", sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. Mehr noch: Statt der Gesundheit zu dienen, gefährdeten sie diese zusätzlich – etwa wenn bei der Herstellung schadstoffbelastete Materialien oder Klebstoffe verwendet worden sind. „Verbraucher sollten deshalb genau darauf achten, bei wem sie was kaufen", sagt der TÜV-Experte weiter. Um beim Kauf von Schutzmasken böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt der TÜV Verbrauchern, beim einem Online-Kauf folgende Punkte zu beachten:

 

Tipp 1: Händlerangaben überprüfen

Verbraucher sollten zunächst einen genauen Blick auf Unternehmensangaben, persönliche Ansprechpartner und Kontaktadressen werfen. Eine seriöse und vertrauenswürdige Verkaufsquelle veröffentlicht Kontaktinformationen und die Adresse des Firmensitzes. Wenn diese Angaben fehlen, ist Vorsicht geboten. Außerdem sollten neben Vorkasse noch andere Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden. Sichere Online-Shops können Verbraucher auch an Gütesiegeln wie „Trusted Shop" oder „s@fer-shopping" erkennen.

Tipp 2: Auf Details in der Produktbeschreibung achten

„Die Abbildungen der Masken, Herstellerbescheinigungen und Zertifikate sollten deutlich erkennbar sein", sagt TÜV-Experte Siegl. „Bei schlechter Fotoqualität und unleserlichen Zertifizierungen sollten die Alarmglocken läuten." Stutzig werden sollten Verbraucher auch bei zweifelhaften Angaben zum Produkt wie beispielsweise einer möglichen Reinigung in der Waschmaschine oder im Wasserbad.

Tipp 3: Darauf muss man bei FFP2-Masken achten

Hochwertige Virenschutzmasken verfügen über eine umfangreiche Kennzeichnung, mit der die Prüfung des jeweiligen Modells dokumentiert wird. Auf deren Oberfläche sichtbar abgedruckt sind:

  • die CE-Kennzeichnung mit der vierstelligen Nummer für das Prüfinstitut,
  • die Schutzklasse (FFP2 oder FFP3),
  • der Zusatz „R“ oder „NR“ (für wiederverwendbar oder nicht wiederverwendbar) sowie
  • die Europäische Prüfnorm EN 149 mit Jahr plus Code der Prüfung.

Die vierstellige Nummer für das Prüfinstitut kann jeder anhand der EU-Online-Datenbank Nando verifizieren. Hier sind alle anerkannten Stellen, die prüfen und zertifizieren dürfen, mit einer vierstelligen Kennnummer gelistet. „Findet sich die Nummer auf der FFP2-Maske nicht, ist die Maske nicht zugelassen und es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Fälschung“, heißt es beim TÜV.

Tipp 4: Darauf muss man bei „OP“-Masken achten

Im Gegensatz zu FFP2-Masken müssen sie die grünen OP-Masken nicht von einer unabhängigen Stelle geprüft werden, bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen. Mit dem CE-Zeichen auf der Verpackung erklärt der Hersteller oder Händler aber immerhin, dass er die in der EU für dieses Produkt geltenden Anforderungen an Gestaltung, Material oder Kennzeichnung erfüllt (Herstellerselbsterklärung).

Tipp 5: Kundenbewertungen ansehen

Vor Kaufabschluss lohnt es sich, die Produktbewertungen in Online-Shops und unabhängigen Foren zu sichten. Arbeitssicherheitsexperte Siegl sagt: „Falls andere Kunden von beißendem Geruch, schlechter Qualität der Ohrschlaufen oder sichtbaren Mängeln am Fließ berichten, sind das klare Hinweise auf fehlerhafte oder sogar schadstoffbelastete Schutzmasken."

Verschärfte Maskenpflicht: TÜV rechnet nicht mit Engpässen

Trotz vereinzelter Engpässe nach Einführung der verschärften Maskenpflicht rechnet der TÜV-Verband nicht mit einer Knappheit an FFP2-Schutzmasken: „Die Hersteller haben die Produktionskapazitäten in den vergangenen Monaten kräftig aufgestockt. Die Lager sind voll und es wird ständig in großen Mengen nachproduziert." Das gelte auch für die deutlich preiswerteren sogenannten OP-Masken.

Foto: AdobeStock/PixelboxStockFootage

Autor: zdr
Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Masken

16.01.2021

FFP2-Masken können zu Virenschleudern werden. Doch Wegwerfen muss nicht unbedingt sein. Die Masken können auch desinfiziert und wiederverwendet werden. Bloß auf das richtige Desinfektionsverfahren kommt es an.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin