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Corona-Beatmungspatienten: Im Schnitt 31 Tage im Krankenhaus

Sonntag, 2. Januar 2022 – Autor:
Der „normale“ Covid-19-Patient liegt statistisch knapp 13 Tage im Krankenhaus – Patienten, die beatmet werden müssen, dagegen mehr als doppelt so lang. Das zeigt eine Patientendaten-Analyse der privaten Debeka-Versicherung. Eine Altersgruppe innerhalb der Corona-Patienten muss überraschend selten beatmet werden.
Beatmungspatient auf einer Intensivstation im Krankenhaus.

Gut sieben Prozent der Covid-19-Patienten sind laut eine Analyse der Debeka-Versicherung so schwer erkrankt, dass sie beatmet werden müssen, um zu überleben. – Foto: AdobeStock/Rungruedee

Wer so schwer an Covid-19 erkrankt ist, dass er beatmet werden muss, verbringt durchschnittlich einen Monat oder 31 Tage im Krankenhaus. 12,4 Tage davon müssen diese Patienten im Schnitt beatmet werden. Das zeigt eine Patientendaten-Analyse der privaten Krankenversicherung Debeka. Der durchschnittliche stationäre Aufenthalt eines Menschen mit der Diagnose „Corona“ dauerte demnach nicht einmal halb so lang wie bei beatmungspflichtigen Patienten – nämlich 12,7 Tage.

Beatmungspflichtigkeit: Die Marke „60 plus“ ist entscheidend

Ob ein Patient mit Covid-19 stationär behandelt werden muss – und noch mehr, ob er beatmet werden muss – ist offenbar in erster Linie eine Frage des Alters. Hierbei spielt bei grober Betrachtung die Marke „60 plus“ eine entscheidende Rolle. Der Debeka-Analyse zufolge waren knapp 70 Prozent der Versicherten mit stationärem Aufenthalt 60 Jahre und älter; 8,8 Prozent von diesen Patienten wurden beatmet. Allerdings: Immerhin 14,5 Prozent der Versicherten, die im Krankenhaus wegen Corona behandelt wurden, waren jünger als 40.

 

Covid-19: Welche Altersgruppen ins Krankenhaus müssen

Differenziert man näher nach Altersgruppen, ergibt sich folgendes Bild: Die am stärksten betroffene Altersgruppe, die mit Corona ins Krankenhaus eingeliefert wird, sind die 60- bis 79-Jährigen (mit 40,5 Prozent). Es folgen mit knapp 29 Prozent die über 80-Jährigen und dann die 40- bis 59-Jährigen (mit gut 16 Prozent). 20- bis 39-Jährige machen nur gut 9 Prozent der eingelieferten Versicherten mit Corona aus, die unter 20-Jährigen nur 5,4 Prozent.

Beatmungspatienten: Eine Altersgruppe sticht hervor

Die Beatmungspflichtigkeit steigt dabei keineswegs linear oder automatisch mit immer höherem Alter an. Auch hier sticht die Altersgruppe 60  bis 79 unter den anderen hervor. Von ihnen müssen gut zehn Prozent beatmet werden. Bei den Altersgruppen sowohl darunter wie darüber sind es weniger Patienten. Die Über-80-Jährigen müssen mit einem Anteil von 6,7 Prozent kaum häufiger beatmet werden als die jüngere Klasse der 40- bis 59-Jährigen (mit 6,5 Prozent).

Anteil an den Beatmungspatienten nach Altersgruppen

Sieht man sich die Gruppe der Beatmungspatienten alleine an, zeigt sich: Auch hier spielt die Gruppe der „jüngeren Alten“ zwischen 60 und 79 die größte Rolle. Hier die einzelnen Altersklassen nach Anteil an den  Beatmungspatienten insgesamt (in absteigender Reihenfolge):

  1. 56,9 Prozent der Beatmungspatienten sind zwischen 60 und 79.
  2. 26,5 Prozent der Beatmungspatienten sind über 80.
  3. 14,4 Prozent der Beatmungspatienten sind zwischen 40 und 59.
  4. 2,3 Prozent der Beatmungspatienten sind unter 40.

Soviel kostet eine Beatmung bei Covid-19

Die Debeka-Analyse zeichnet auch ein Bild davon, wie viel schwere Covid-19-Fälle an Kosten für die Versicherungen und damit die Solidargemeinschaft verursachen. „Rechnungen für längere Beatmungszeiten können 200.000 Euro und mehr betragen“, heißt es in einer Mitteilung der Debeka.

Ungeimpfte verursachen Großteil der Intensiv-Kosten

Gesundheitsexperten stellen auch einen Zusammenhang zwischen entstehenden Kosten und Impfbereitschaft und damit dem Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft her. Nach Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft besteht die Mehrheit der Patienten in Intensivbehandlung aus Nicht-gegen-Covid-19-Geimpften, obwohl sie in der Gesamtbevölkerung nur eine Minderheit ausmachen. Nach Zahlen für den Dezember 2021 waren zwei Drittel aller Covid-19-Intensivpatienten ungeimpft. Im September hatte deren Anteil sogar noch höher gelegen – nämlich bei 90 Prozent.

Für die aktuelle Analyse ausgewertet wurden rund 11.000 Covid-Fälle mit stationärem Aufenthalt seit Beginn der Pandemie (mit Haupt- und Nebendiagnose „Covid-19“). Insgesamt hat die Debeka, die nach eigenen Angaben die größte private Krankenversicherung in Deutschland ist, rund 2,4 Millionen Vollversicherte. Die Auswertung bezieht sich auf bei der Debeka eingegangene Rechnungen für stationäre Leistungen zwischen März 2020 und Ende November 2021. Von den in diesem Zeitraum circa 11.000 stationär versorgten Versicherten mit Covid-Erkrankung mussten etwa 800 beatmet werden, also etwas mehr als sieben Prozent.

Hauptkategorie: Corona
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