Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige
19.12.2014

Cochrane: Mit E-Zigarette zum Nichtraucher

Kann die E-Zigarette Raucher zu Nichtrauchern machen? Die Cochrane Collaboration meint: vielleicht ein bisschen. Weitere Forschung sei nötig, um den Sinn oder Unsinn des tabaklosen Dampfs zu bewerten.
Cochrane: Mit E-Zigarette zum Nichtraucher

Laut Cochrane Review kann die E-Zigarette Raucher beim Abgewöhnen unterstützen

In einer Übersichtsarbeit haben sich Wissenschaftler von der Cochrane Collaboration die E-Zigarette vorgeknöpft. Die Autoren um Peter Hajek von der London School of Medicine and Dentistry wollten wissen, ob leicht nikotinhaltige E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung helfen können. Die Auswertung zweier placebokontrollierten Studien mit 662 Rauchern zeigt: Rund neun Prozent der Raucher, die E-Zigaretten benutzten, konnten bis zu einem Jahr oder sogar länger mit dem Rauchen aufhören. Bei Rauchern, die Geräte ohne Nikotin nutzten, waren es nur vier Prozent. Hilfreich war die nikotinhaltige E-Zigarette demnach auch beim Reduzieren des Zigarettenkonsums. Bei den beiden analysierten Studien haben es 36 Prozent der Raucher geschafft, die Anzahl der gerauchten normalen Zigaretten zu halbieren. Bei Plazebogeräten waren es hingegen nur 28 Prozent. E-Zigaretten-Nutzer hatten keine schweren Nebenwirkungen.

Zu wenige aussagekräftige Studien

Die Autoren der Studie betonten jedoch, dass die Aussagekraft der Ergebnisse durch die geringe Anzahl der ausgewerteten Studien und teilnehmenden Raucher Einschränkungen unterliegen könnte. Trotzdem seien diese Ergebnisse ermutigend, meint Hajek. "Bei beiden Studien wurden E-Zigaretten eingesetzt, die nur wenig Nikotin freisetzen. Es ist wahrscheinlich, dass neuere Produkte effektiver sind. Mehrere derzeit laufende Studien werden helfen, die noch offenen Fragen vollständiger zu beantworten."

Experten wie John Middleton von der UK's Faculty of Public Health bleiben skeptisch und befürchten, dass die Geräte bisherige Fortschritte im Kampf gegen das Rauchen gefährden könnten.

E-Zigaretten können unterschiedliche gesundheitsschädliche Stoffe enthalten

In Deutschland ist die E-Zigarette umstritten. Erst kürzlich warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), E-Zigaretten können die Gesundheit der "Dampfer" beeinträchtigen. Ursache dafür kann neben Nikotin auch das Verneblungsmittel Propylenglycol sein. Auch weitere Chemikalienzusätze oder verschiedene Duft- und Aromastoffe sind unter Umständen gesundheitsschädlich. Zudem gibt es Hinweise, dass einige E-Zigaretten krebserzeugende Aldehyde freisetzen. „Aufgrund der vielfältigen Zusätze und Substanzen von E-Zigaretten ist nicht im Detail bekannt, was ein E-Raucher tatsächlich inhaliert und ausatmet“, warnte das BfR. Möglicherweise seien auch Menschen in der Umgebung durch „Passivrauchen“ gefährdet.

Foto: © tibanna79 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen , Passivrauchen , E-Zigarette
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alzheimer gehört neben Krebs zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Wie sich das Risiko für den Gedächtnisschwund senken lässt, zeigt ein neuer kostenloser Online-Kurs der Alzheimer Forschung Initiative.


 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin