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Chronisches Erschöpfungssyndrom: Hirnveränderungen nachgewiesen

Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) werden oft nicht ernst genommen. Nun haben Forscher im Kernspintomographen Veränderungen im Gehirn von Betroffenen nachgewiesen. Dies könnte ein erster Schritt zum Verständnis der Krankheit sein.
Chronisches Müdigkeitssyndrom im Kernspin

Rund 300.000 Menschen in Deutschland leiden unter CFS.

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (englisch: chronic fatigue syndrome, CFS) ist eine chronische und bislang unheilbare Krankheit, bei der es zu einer plötzlich eintretenden lähmenden geistigen und körperlichen Erschöpfung kommt. Begleitet wird der Zustand von Schlafstörungen, Schmerzen sowie einer Reihe neurologischer und immunologischer Störungen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland rund 300.000 Menschen am Chronischen Erschöpfungssyndrom. Da die Erkrankung jedoch diagnostisch schwer zu fassen ist, wird sie häufig nicht ernst genommen. Betroffene stoßen oft auf Unverständnis bei ihren Mitmenschen und auf Ignoranz bei den Ärzten.

Chronisches Fatigue Syndrom: Weiße Hirnsubstanz verringert

Dies könnte sich jetzt jedoch ändern. Denn Forscher von der Stanford Universität beschrieben kürzlich im Fachjournal „Radiology“ gleich drei im Kernspin erkennbare Veränderungen bei Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom. Damit liegen erstmals objektivierbare Befunde für die Krankheit vor und ein Hinweis, dass es sich dabei möglicherweise um eine organische Hirner­krankung handelt.

Die Mediziner fanden mit Hilfe der Kernspintomographie und weiterer Methoden unter anderem heraus, dass die Gesamtmenge der weißen Substanz im Gehirn der Erkrankten geringer war als bei gesunden Personen. Die weiße Hirnsubstanz besteht hauptsächlich aus myelinhaltigen Nervenfasern, die verschiedene Hirnregionen miteinander verbinden. Diese Beobachtung sei nicht ganz unerwartet gekommen, erklärten die Studienautoren. Bislang wurde nämlich angenommen, dass das Erschöpfungssyndrom mit chronischen Entzündungsreaktionen zusammenhängen könnte, die sich bekannterweise auf die weiße Hirnsubstanz auswirken.

 

Bisher keine Erklärung für Chronisches Erschöpfungssyndrom

Das zweite Ergebnis überraschte die Forscher. Mit Hilfe der sogenannten diffusionsgewichteten Kernspintomographie, bei der die Bewegungen von Wassermolekülen sichtbar werden, fanden die Wissenschaftler spezifische Veränderungen in der rechten Hirnhälfte, nämlich am Nervenstrang Fasciculus arcuatus, der den Stirnlappen mit dem Schläfenlappen verbindet. Die genaue Funktion dieser Nerven­verbindung, die in der linken Hemisphäre das Wernicksche mit dem Brocaschen Sprachzentrum verbindet, ist bisher nicht bekannt, doch scheint sie beim Chronischen Erschöpfungssyndrom eine entscheidende Rolle zu spielen. In der vorliegenden Studie zeigte sich eine starke Korrelation zwischen der Stärke der Veränderung in diesem Bereich und der Schwere der Erkrankung.

Der dritte Befund der Forscher war, dass die graue Hirnsubstanz in den beiden Cortex-Arealen, die der Fasciculus arcuatus in der rechten Hirnhälfte verbindet, bei Betroffenen leicht vergrößert war. Aus allen drei Befunden lässt sich noch kein Gesamtkonzept der Erkrankung oder eine Erklärung für die Symptome ablesen. Zudem müssten die Ergebnisse, die sich bisher nur auf Tests an 15 Patien­ten stützen, durch größere Studien bestätigt werden. Dennoch hoffen die Mediziner, wichtige Erkenntnisse für die Erforschung des Chronischen Erschöpfungssyndroms geliefert zu haben. Zudem beweisen die Hirnveränderungen, dass es sich beim Chronischen Erschöpfungssyndrom nicht um eine eingebildete Krankheit handelt.

Foto: © Jeanette Dietl - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
 

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