. Atemwegserkrankungen

Chronischer Husten: Ursachen werden oft nicht gefunden

Chronischer Husten kann die Folge von Atemwegserkrankungen wie COPD oder Lungenentzündung sein. Doch häufig lässt sich keine Ursache für die Symptome finden. Betroffene fühlen sich dann oft von den Ärzten alleine gelassen.
Chronischer Husten: zu selten diagnostiziert

Chronischer Husten kann sehr quälend sein

Husten ist ein natürlicher Schutzreflex der Atemwege und meist harmlos. Er kann aber auch ein Symptom für verschiedene Atemwegserkrankungen sein. Wird der Husten chronisch, ist es wichtig, die Ursache zu finden. Als chronisch bezeichnet man einen Husten, wenn er länger als acht Wochen anhält.

Insbesondere bei dauerhaften Begleitsymptomen wie Schmerzen, Fieber oder Schwächegefühl sollte ein Arzt aufgesucht werden, am besten ein Lungenfacharzt. Denn Husten kann die Folge schwerwiegender Erkrankungen wie COPD oder Asthma sein. Wird keine Ursache gefunden, spricht man vom Chronisch Persistierenden Husten (CPH) als eigenständigem Krankheitsbild. Doch nur etwa 50 Prozent der Betroffenen erhalten diese Diagnose. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung, die von der Europäischen Lungenstiftung durchgeführt wurde.

Leidensdruck bei Betroffenen hoch

Für die Studie befragten Wissenschaftler von der European Respiratory Socitey (ERS) Betroffene nach den negativen Auswirkungen ihres chronischen Hustens. An der Umfrage beteiligten sich 1.120 Personen aus 29 Ländern. Im Durchschnitt litten die Teilnehmer seit zwei bis fünf Jahren an Husten.

Die meisten Teilnehmer gaben an, dass der chronische Husten ihre Lebensqualität stark beeinträchtige, sich negativ auf ihre Stimmung auswirke und sie in der Teilnahme an Aktivitäten einschränke. Knapp drei Viertel der Teilnehmer hatten schon mindestens dreimal dazu ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, aber nur 53 Prozent der Befragten erhielten auch die Diagnose für ihren chronischen Husten.

 

Chronischen Husten besser verstehen

Ein wichtiges Ergebnis der Befragung war daher, dass sich die Patienten eine bessere Unterstützung von ärztlicher Seite wünschen. Nach Ansicht der Forscher ist dazu auch eine verstärkte Bewusstseinsbildung für das Thema „Chronischer Husten“ sowie eine Erarbeitung wirksamer Behandlungsmethoden notwendig. Die derzeitige Standardbehandlung sieht eine Therapie mit kodeinhaltigen Arzneimitteln vor. Meist wirken diese schnell und sicher. Allerdings ist eine mögliche Abhängigkeitsentwicklung zu beachten.

Foto: © jedi-master - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Atemwegserkrankungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Immer öfter klagen Verbraucher nach dem Verzehr von Produkten aus Weizenmehl über gesundheitliche Probleme. Kurios dabei ist: Manche vertragen die Brötchen vom einen Bäcker nicht, die vom anderen schon. Viele haben Probleme mit Weizen, aber nicht mit Dinkel – dabei sind beide Getreide eng verwandt. Ein Forschungsprojekt der Uni Hohenheim liefert neue Erkenntnisse darüber, warum.
Müdigkeit ist in der Regel ein normales, gesundes Gefühl, das uns darauf aufmerksam macht, dass wir Erholung brauchen. Doch manche Menschen fühlen sich immer müde, auch wenn sie ausreichend schlafen. Dann können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.
Psychedelische Substanzen wie LSD oder Ketamin sind illegale Drogen. Doch Menschen mit schwer behandelbaren Depressionen können die Psychedelika (eng. Psychedelics) mitunter helfen. Der Psychiater Prof. Bernhard Baune vom Universitätsklinikum Münster fasst den aktuellen Stand der Forschung zusammen.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.