Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.04.2020

Christian Drosten bekommt Sonderpreis für „herausragende Kommunikation in der Covid19-Pandemie“

Seit Ausbruch des Coronavirus kennt ihn jeder. Nun ist Prof. Christian Drosten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit einem Sonderpreis für herausragende Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet worden.
Ausgezeichnet für seine Kommunikation in der Corona-Krise: Prof. Christian Drosten von der Charité sagt auch offen, was er nicht weiß

Ausgezeichnet für seine Kommunikation in der Corona-Krise: Prof. Christian Drosten von der Charité sagt auch offen, was er nicht weiß

Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité hat den „Sonderpreis für herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid19-Pandemie“ erhalten. Der Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes ist mit 50.000 Euro dotiert und wird laut DFG „einmalig“ im Rahmen des Communicator-Preis-Verfahrens verliehen.

Lob und Preis von der DFG

Prof. Drosten habe es geschafft, „dass die Wissenschaft in der Öffentlichkeit innerhalb sehr kurzer Zeit als verlässlichste Orientierung für das Management der Krise wahrgenommen wird“, teilte die DFG am Montag mit. Er erkläre den Menschen auf anschauliche, transparente und faktenbasierte Weise, was die Wissenschaft weiß, wie sie arbeitet und welche Unsicherheiten bestehen. Der Virologe korrigiere aber auch wissenschaftlich nicht belegte Thesen, kommuniziere die Grenzen seines eigenen Wissens und weise immer wieder darauf hin, dass zur Wissenschaft auch gehört, diese Grenzen ständig neu auszuloten und Gewissheiten zu revidieren. Mit diesem Ansatz erreiche der Sonderpreisträger Akzeptanz und Vertrauen bei einer großen Zahl an Menschen und auch in der Politik, für die er derzeit einer der wichtigsten Berater ist. Der DFG und dem Stifterverband zufolge zeigt seine Kommunikation exemplarisch, welchen Beitrag die Wissenschaft für Politik und Gesellschaft durch gute Kommunikation auch im akuten Fall einer Krise leisten kann.

 

Stationen einer Karriere

Christian Drosten war zunächst seit 2000 in verschiedenen Positionen am Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg tätig. 2007 wurde er Professor und Leiter des Instituts für Virologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, bevor er 2017 als Direktor des Instituts für Virologie an die Charité Berlin wechselte. Drosten ist seit 2013 Sprecher des gerade auslaufenden DFG-Schwerpunktprogramms „Ecology and Species Barriers in Emerging Viral Diseases“ (SPP 1596) und Antragsteller einer Reihe weiterer DFG-geförderter Forschungsprojekte. 2005 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. In der COVID-19-Pandemie berät Drosten die Bundesregierung.

Der Communicator-Preis 2020 und der Sonderpreis sollen den Preisträgern am 30. Juni 2020 während der Jahresversammlung der DFG verliehen werden, „sofern die Corona-bedingten Rahmenbedingungen es zulassen.“

180-Grad-Wende beim Thema Schulschließungen

Seit der COVID-19-Pandemie ist Christian Drosten täglichen in einem Podcast des NDR zu hören, regelmäßig Gast in Talkshows und twittert selbst. Kritiker werfen ihm seine oft widersprüchlichen Aussagen vor und sehen in dem Korrigieren eigener Aussagen auch große Schwächen. So hatte er etwa der Bundesregierung bis zum 11. März dringend von Schulschließungen abgeraten, dann aber über Nacht seine Meinung plötzlich geändert. Seine 180-Grad-Wende begründete er damit, dass er nicht bedacht habe, „dass Kinder nicht nur andere Kinder anstecken können, sondern auch ihre Eltern und Großeltern.“

Daraufhin war eine öffentliche Debatte entbrannt, dass die Politik nicht nur auf  einzelne Wissenschaftler hören dürfe.

Foto: Charité/Peitz

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Berlin , Gesundheitspolitik , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema COVID-19-Pandemie

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
 
Weitere Nachrichten
Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin