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Charité wird Referenzzentrum für Bauchfellkrebs

Das Peritonealkarzinosezentrum der Charité ist eines der wenigen Zentren in Deutschland, das auf Bauchfellkrebs spezialisiert ist. Nun ist die Einheit als Referenzzentrum zertifiziert worden.
Spezialisten für Bauchfellkrebs sind selten. An der Berliner Charité gibt es eines der wenigen Referenzzentren in Deutschland

Spezialisten für Bauchfellkrebs sind selten. An der Berliner Charité gibt es eines der wenigen Referenzzentren in Deutschland

Das Peritonealkarzinosezentrum der Charité ist von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) soeben als Referenzzentrum zertifiziert worden. Patienten mit Bauchfellkrebs erhalten dort umfassende Hilfe von einem interdisziplinären Team. Auch Zweitmeinungen können in Berlin eingeholt werden.

Bauchfellkrebs gilt als schwer behandelbar. Meist geht der Krebsbefall von Tumoren des Magen-Darm-Trakts aus. In etwa 80 Prozent wird der Befall des Bauchfells erst in einem späten Stadium entdeckt. Doch wenn es der Allgemeinzustand zulässt, können die Ärzte noch viel für die Patienten tun. Mit einer Kombination aus Chirurgie und lokaler Chemotherapie (HIPEC) kann der Tumor manchmal sogar vollständig entfernt werden.

Charité kombiniert Operation mit lokaler Chemotherapie

Laut der Leiterin des Zentrums Prof. Beate Rau verbessert sich dadurch die Lebensqualität der Betroffenen und die Lebenserwartung kann verlängert werden. „Mit der Kombination aus Chirurgie und HIPEC können wir immerhin bis zu fünf Jahre herausholen. Das ist ein tolles Ergebnis“, sagt die Spezialistin für Onkologische Chirurgie. Allerdings komme nur etwa ein Drittel der Patienten für den Eingriff in Frage. „Es ist ein großer Eingriff, den man sehr genau abwägen muss. Da wir die Patienten aber sehr gut vorselektieren, profitieren die allermeisten Patienten davon.“

Bei dem Spezialeingriff wird noch unter der Operation eine erhitzte Chemotherapie ins Bauchfell gegeben. Dadurch sterben auch nicht sichtbare Tumorzellen ab. „Das Risiko eines Tumor-Rückfalls wird so reduziert bzw. lange hinausgezögert“, erklärt Rau.

 

Seit mehr als zehn Jahren auf Bauchfellkrebs spezialisiert

Das sogenannte HIPEC-Verfahren (Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie) stammt aus den USA und wurde von den Berliner Chirurgen vor mehr als zehn Jahren übernommen. Damit war die Charité die erste Einrichtung Deutschlands, die diese Bauchfellkrebsbehandlung angeboten hat. Heute werden pro Jahr etwa 70 Prozent der Patienten auf diese Weise an der Charité behandelt. „Als Referenzzentrum ist es uns zudem möglich, den Patienten auch nach der Operation eine optimale Versorgung zu sichern“, meint Rau.

In Deutschland gibt es nur wenige Spezialzentren für Bauchfellkrebs. Weitere Referenzzentren befinden sich in Tübingen und Regensburg.

Foto: © AntonioDiaz - Fotolia.com

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