. Unbürokratische Hilfe

Charité und Vivantes nehmen Verletzte aus Kiew auf

Die Charité, Vivantes und das Bundeswehrkrankenhaus haben sich bereit erklärt, zwölf ukrainische Staatsbürger zu behandeln, die bei den Demonstrationen in Kiew schwer verletzt worden sind. Am Nachmittag wurden die Patienten von der Bundeswehr in einem Spezialflugzeug nach Berlin gebracht.
Charité und Vivantes nehmen Verletzte aus Kiew auf

Jetzt wird alles gut. Die Bundeswehr bringt die Schwerverletzten aus Kiew nach Berlin, wo sie in hoch spezialisierten Krankenhäusern behandelt werden

In Absprache mit dem Auswärtigen Amt will die Charité sechs, das Bundeswehrkrankenhaus vier und der Vivantes-Konzern zwei Patienten aufnehmen. Am Nachmittag landete die Bundeswehr-Maschine des Typs Airbus A 310 MedEvac in Berlin. Wer die Behandlungskosten übernimmt, die augenblicklich noch niemand beziffern kann, ist noch unklar. Das humanitäre Engagement für die Opfer der Gewalt geht zurück auf eine Bitte des ukrainischen Parlaments an die deutsche Botschaft in Kiew. Viele Teilnehmer der Proteste auf dem Maidan haben – vor allem durch den Einsatz von Schusswaffen – Verletzungen davon getragen, für die in hoch spezialisierten medizinischen Einrichtungen in Deutschland gute Behandlungschancen bestehen.

Humanitäre Hilfe geht vor

Der Vorstandsvorsitzende der Charité, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, machte schon am Wochenende bei einer Pressekonferenz klar, dass die humanitäre Hilfe im Vordergrund stehe. Wie bekannt wurde, werden bereits ukrainische Staatsbürger an der Charité behandelt, die während der Demonstrationen in Kiew verletzt worden waren. Anlässlich der Aufnahme weiterer Patienten aus Kiew sagte Einhäupl: „Es steht Deutschland gut an, in einer humanitär herausfordernden Situation unbürokratisch zu helfen. Und dazu leistet die Charité gerne ihren Beitrag. Wir freuen uns, dass unser Partner Vivantes diese Aktivität mit unterstützt.“

 

Timoschenko soll es inzwischen besser gehen

Seit Ende letzter Woche wird bereits Julia Timoschenko an der Charité stationär behandelt. Der 53-jährigen ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidentin soll es nach Charité-Informationen schon wesentlich besser gehen. Eine Operation sei vorläufig zurückgestellt worden, hieß es. Eine rasche Besserung der Schmerzen habe eine röntgengestützte Infiltration der kleinen Wirbelgelenke und der betroffenen Nervenwurzeln gebracht, die zuletzt stark entzündet waren. Im Einvernehmen mit der Patientin wolle man jetzt die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme erst einmal abwarten, bevor über eine Operation entschieden werde, sagte Charité Pressesprecher Uwe Dolderer gestern.

Timoschenko hatte während der Haft drei Bandscheibenvorfälle erlitten und ein heftiges Schmerzsyndrom entwickelt. Seither sitzt sie im Rollstuhl. Die Kosten für die Behandlung trägt Julia Timoschenko nach Charité Angaben selbst.

Foto: Bundeswehr/Olbricht/Juliane Olbricht)

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
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