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Charité und Vivantes kooperieren bei Strahlentherapie

Die Berliner Universitätsklinik Charité und das kommunale Klinikunternehmen Vivantes haben ein gemeinsames Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) für Strahlentherapie eröffnet. Das neue Zentrum bietet zwei Teilchenbeschleuniger der neuesten Generation und einen Planungs-Computertomografen (CT) zur ambulanten strahlentherapeutischen Versorgung von Krebspatienten in Berlin.
MVZ für Strahlentherapie mit Politikprominenz eröffnet

Senatoren und Krankenhaus-Chefs im Gespräch bei der Eröffnung

Das neue Zentrum steht unter der medizinischen und wissenschaftlichen Leitung der Charité. Die ambulante Strahlentherapie der Uniklinik zieht vom Campus Mitte in die MVZ-Behandlungsräume am Vivantes Klinikum im Friedrichshain um. 1270 Quadratmeter hat das MVZ dort zur Verfügung. Das Bauprojekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von neun Millionen Euro für Umbauten und Geräte war planmäßig nach einem Jahr abgeschlossen und blieb auch im Kostenrahmen.

„Das innovative Projekt schafft viele Synergieeffekte für die Krankenhäuser und wird gleichzeitig die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter verbessern“, so der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Er hofft, dass das MVZ auch zur Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgung beiträgt.

MVZ Charité Vivantes GmbH gegründet

Das Versorgungszentrum ist eine GmbH, an der Charité und Vivantes jeweils hälftig beteiligt sind. Unter dem Titel „MVZ Charité Vivantes“ bietet es „universitäre Medizin auf kommunalem Grund“, wie Czaja bei der Eröffnung sagte. Die sechs Fachärzte für Strahlentherapie des MVZ kommen allesamt von der Charité. Die Räume stellt Vivantes zur Verfügung. Das ambulante Zentrum ist eingebunden in die Strukturen beider Krankenhäuser. Von Vivantes-Seite stehen zehn strahlentherapeutische Betten im Friedrichshain zur Verfügung. Auf Charité-Seite wird mit dem Comprehensive Cancer Center und der Clinical Research Unit der Uniklinik kooperiert.

Die Patienten sollen auch Zugang zu den klinischen Studien haben, an denen Charité und Vivantes mitwirken. Darunter sind nach Angaben des wissenschaftlichen Leiters des neuen MVZ, Professor Volker Budach, neuartige Studien, bei denen medikamentöse und Strahlentherapie kombiniert werden. Eine ganz neue medizinische Kooperation strebt das MVZ mit der Neurochirurgie von Vivantes an. Dabei geht es um die Nanotherapie von Hirntumoren. „Hier können wir beide voneinander gewinnen“, sagte Budach.

 

Gemeinsame Strahlentherapie ist Meilenstein der Zusammenarbeit von Charité und Vivantes

Die Inbetriebnahme der gemeinsamen Strahlentherapie stelle „einen weiteren Meilenstein in der Kooperation zwischen Charité und Vivantes dar“, so Vivantes-Chefin Dr. Andrea Grebe. Der erste Meilenstein war die Gründung eines gemeinsamen Labors. „Heute ist das Labor Berlin eine Blaupause für andere Städte“, so Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl. Vivantes und die Charité arbeiten auch beim Einkauf zusammen und haben laut Einhäupl sogar einheitliche Speisepläne. An eine komplette Fusion denke aber niemand in der Politik oder in den Kliniken, versicherte Einhäupl.

Dennoch ist diese Form der Zusammenarbeit eines Uniklinikums mit einem kommunalen Klinikträger bislang einzigartig. „Wir haben hier eine Vorreiterrolle“, sagte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Das Projekt sei sehr vorbildlich. „Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, so Scheeres.

Foto: Charité

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Berlin
 

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