. Berlin

Charité eröffnet erstes Metastasenzentrum in Deutschland

Wenn sich Metastasen im Körper ausbreiten, haben Krebspatienten kaum noch Heilungschancen. In Berlin gibt es jetzt eine neue Anlaufstelle für Betroffene. Die Charité hat soeben das erste Metastasenzentrum im deutschsprachigen Raum eröffnet.
Europäische Metastasenzentrum an der Charité: Hoffnung für vermeintlich aussichtslose Fälle

Europäische Metastasenzentrum an der Charité: Hoffnung für vermeintlich aussichtslose Fälle

Metastasen sind der häufigste Grund, warum Menschen an einem Krebsleiden versterben. Haben sich die Krebszellen im Körper ausgebreitet, sind die Heilungschancen äußerst gering. Dennoch kann es in Einzelfällen Hoffnung geben. An der Charité wurden bereits Darmkrebspatienten mit Lebermetastasen geheilt. Solche seltenen Erfolge sind möglich, wenn viele Krebsspezialisten gemeinsam multimodale Therapiekonzepte entwickeln und neben der Metastasenchirurgie Spezialverfahren zur Verfügung stehen.

Bessere Versorgung bei Metastasen

Maßgeschneiderte Therapiekonzepte für Patienten mit Metastasen und vermeintlich aussichtsloser Prognose verspricht nun das neue Europäische Metastasenzentrum an der Charité. Das Zentrum ist das erste dieser Art im deutschsprachigen Raum und Teil des Charité Comprehensive Cancer Centers. Betroffene bekommen dort die Möglichkeit zu einer Zweitmeinung und Reevaluierung der Therapie. Je nach Anzahl und der Lokalisation der Tumore sollen Patienten sogar mit dem Ziel der Heilung behandelt werden. Auf jeden Fall wolle man die Versorgung von Tumorpatienten durch das Europäische Metastasenzentrum spürbar verbessern, sagt der verantwortliche Leiter Dr. Robert Öllinger. „Dafür arbeiten Experten verschiedenster Fachrichtungen zusammen, darunter Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen. Gemeinsam besprechen sie jeden Fall individuell und entwickeln für jeden einzelnen der Patienten einen maßgeschneiderten Therapieansatz“, erläutert Öllinger das neue Konzept. Behandelt würden Metastasen in den unterschiedlichsten Organen mit neuen, schonenden Operationsverfahren und innovativen Interventionen.

 

Eine ganze Reihe von Spezialverfahren

Damit sind in erster Linie Spezialverfahren wie die Radiofrequenzablation (RFA), die selektive intraarterielle Radiotherapie (SIRT) oder CyberKnife gemeint. Zudem hat sich die Charité als eine der wenigen Kliniken in Deutschland auf die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) spezialisiert. Mit dieser kombinierten Behandlungsmethode aus Operation und lokaler Chemotherapie werden Patienten behandelt, deren Bauchfell bereits vom Krebs befallen ist. In einigen Fällen kann das Fortschreiten der Erkrankung um mehrere Jahre hinausgezögert werden. Auch die Lebensqualität der Patienten soll sich nach dem Eingriff oftmals erheblich verbessern.

Kontakte zum Europäischen Metastasenzentrum

Das Metastasenzentrum ist über die Hotline +49 30 450 564 222 zu erreichen. Auch Ärzte, die Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen behandeln, können sich dort melden. 

Hauptkategorie: Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Charité , Metastasen , Tumor
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Rosacea. Die chronische Hautkrankheit belastet das Privat- wie das Berufsleben der Betroffenen viel stärker als bisher angenommen. Eine weltweite Umfrage unter Ärzten und Patienten bringt jetzt Licht in den Alltag mit Rosacea.
Digitale Innovationen ans Krankenbett bringen: Alexander Meyer vom Deutschen Herzzentrum Berlin ist das gelungen - dank des BIH Digital Health Accelerator-Programms. Am Dienstag ging die „Talentshow“ für digitale Ideen in die zweite Runde.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.