Anzeige
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Anzeige

Bundesgesundheitsministerium setzt auf sektorübergreifende Versorgung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) fordert mehr sektor- und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Das nutze Patientinnen und Patienten, so Gröhe anlässlich der Gründung des Expertenbeirats zum neuen Innovationsausschuss am Montag in Berlin.
Bundesgesundheitsminister beruft Expertenbeirat zum Innovationsfonds

Mehr Zusammenarbeit im Gesundheitswesen fordert Gesundheitsminister Gröhe.

„Nur durch eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen und Berufsgruppen kann aus einzelnen Spitzenleistungen eine überzeugende Mannschaftsleistung werden. Deshalb wollen wir mit neuen sektorübergreifenden Versorgungsformen Brücken zwischen den verschiedenen Versorgungsbereichen bauen“, kündigte Gröhe am Montag in Berlin an. Er will damit das Gesundheitswesen vor allem besser auf die umfassenden Behandlungsbedürfnisse von älteren, chronisch und mehrfach kranken Patienten ausrichten.

Gröhe verspricht sich aber auch einen positiven Nebeneffekt davon: „Was im Behandlungsverlauf für den Patienten Sinn macht, nutzt aber auch allen an der Behandlung beteiligten. Denn durch Abstimmung und Zusammenarbeit können Doppeluntersuchungen vermieden und Behandlungslücken geschlossen werden“, so der Minister weiter.

1,2 Milliarden Euro für neue Versorgungsmodelle

Bis 2019 sollen neue Versorgungsmodelle für die Regelversorgung erprobt und erforscht werden. Dafür stehen pro Jahr 300 Millionen Euro im Innovationsfonds zur Verfügung. Über die Mittelvergabe entscheidet der Innovationsausschuss beim Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Der heute gegründete Expertenbeirat wird ihn dabei mit Sachverstand aus Wissenschaft und Versorgungspraxis unterstützen.

Der Innovationsfonds wurde mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beschlossen, das im Juli vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Er zielt darauf ab, die Krankenversorgung weiterzuentwickeln. Vorgesehen ist, dass gezielt Projekte gefördert werden, die unmittelbar umsetzbar sind und einen Nutzen für den Patienten bringen. Insbesondere Projekte mit Aussicht auf dauerhafte Aufnahme in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung sollen unterstützt werden.

Zehn Experten bereiten Förderentscheidungen vor

Als Vorsitzender des Expertenbeirates wurde Professor Dr. Holger Pfaff, Direktor des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Humanwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät der Universität Köln, gewählt. Das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt Professor Dr. Marie-Luise Dierks, die an der Medizinischen Hochschule Hannover den Bereich Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung vertritt und die Patientenuniversität leitet.

Dem Beirat gehören acht weitere Experten an. Darunter befinden sich neben zahlreichen Universitätsprofessoren aus den Bereichen der Medizin Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung auch ein Klinikgeschäftsführer und ein ehemaliger Krankenkassen-Chef.

Die Berufung der Expertinnen und Experten durch das Bundesgesundheitsministerium erfolgte auf der Basis eines Vorschlagsverfahrens, an dem maßgebliche Akteure des Gesundheitswesens und Wissenschaftsverbände beteiligt waren.

Der Expertenbeirat hat vor allem die Aufgaben, Empfehlungen zur Förderentscheidung und zum Inhalt der Förderbekanntmachungen auf der Grundlage von Entwürfen der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses zu erarbeiten und Kurzbegutachtungen der Anträge auf Förderung vorzunehmen. Die Empfehlungen des Expertenbeirates hat der Innovationsausschuss in seine Entscheidungen einzubeziehen. Weicht er vom Votum des Gremiums ab, muss er das schriftlich begründen.

Foto: Steffen Kugler

Autor: Angela Mißlbeck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sektorübergreifende Versorgung

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Corona-Pandemie und Lockdowns haben bei der Generation unter 30 Spuren hinterlassen. Das zeigt eine Studie der Betriebskrankenkasse Pronova BKK. Junge Menschen, die mit Geschwistern im Elternhaus leben, sind häufiger depressiv und aggressiv. Für 72 Prozent ist das Handy in der Coronakrise zur Haupt-Freizeitbeschäftigung geworden.

Corona sorgt für ein Allzeittief bei Arbeitsunfällen. Am dramatischsten sind Unfälle in der Schule zurückgegangen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben jetzt eine Bilanz für das Pandemiejahr 2020 vorgelegt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin