. Krebstherapie

Brustkrebs: Bluttest kann Wirksamkeit von Antihormontherapie voraussagen

Viele Brustkrebsformen sprechen auf eine Antihormontherapie an, doch Mutationen in den Brustkrebszellen können eine Resistenz auf die Behandlung verursachen. Mit einem neuen Bluttest lässt sich zeigen, ob eine Antihormontherapie Wirksamkeit verspricht oder nicht.
Bluttest soll Wirksamkeit von Antihormontherapie bei Brustkrebs bestimmen

Bei einer Antihormontherapie treten häufig Resistenzen auf

Bei rund 70 Prozent aller Brustkrebspatientinnen ist das Wachstum der Tumoren hormonabhängig. Daher ist die Antihormontherapie neben Operation, Chemotherapie und Bestrahlung eine der wichtigsten Behandlungsmethoden bei Brustkrebs. Ob ein Tumor hormonabhängig wächst, lässt sich durch eine Gewebeprobe nachweisen, denn die Krebszellen weisen spezielle Rezeptoren für die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron auf. Sind bei einem bestimmten Tumor Hormon-Rezeptoren in großer Menge vorhanden, lässt sich das Wachstum der Krebszellen durch den Einsatz einer Antihormontherapie bremsen.

Allerdings kommt es im Verlauf der Behandlung häufig zu Mutationen in den Brustkrebszellen, die eine Resistenz auf die Antihormontherapie verursachen. Ob solche Resistenzen vorliegen, lässt sich neuerdings durch einen einfachen Bluttest nachweisen. Forscher vom Institute of Cancer Research in London haben den Test entwickelt und ihre Resultate im Fachmagazin Science Translational Medicine veröffentlicht.

Bluttest zeigt Rückfallrisiko bei Brustkrebs an

Die Studienteilnehmerinnen erhielten zusätzlich zur Chemotherapie eine Behandlung mit Aromatase-Inhibitoren, welche die Wirkung weiblicher Geschlechtshormone, insbesondere des Östrogens, unterdrücken. Aromatase-Inhibitoren werden häufig im Rahmen der adjuvanten Behandlung im Frühstadium und auch bei metastasierten Tumoren im Spätstadium der Brustkrebserkrankung eingesetzt. Die Forscher konnten zeigen, dass sich im Therapieverlauf Mutationen der Krebszellen herausbildeten, welche die Wirkung der Therapie herabsetzten. Mit dem von ihnen entwickelten Test konnten solche Veränderungen schneller als bisher angezeigt werden. So konnte das Rückfallrisiko der Patientinnen bestimmt werden.

Das Besondere des neuen Tests ist, dass die Mutationen anhand einer einfachen Blutuntersuchung festgestellt werden können. Wie die Forscher erklärten, gelangt beim Absterben von Krebszellen deren DNA ins Blut, so dass die Mutationen auch durch einen Bluttest nachweisbar sind. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Ergebnisse der Blutuntersuchung in 97 Prozent mit den Ergebnissen einer histologischen Untersuchung der Biopsien übereinstimmten. Zudem ging ein positiver Bluttest mit einem dreifach erhöhten Risiko auf eine Tumorprogression einher.

Therapieversagen frühzeitig erkennen

Zwar sind noch weitere Untersuchungen notwendig, bis die neuen Tests in Serie gehen können, doch die Forscher hoffen, dass dadurch den Brustkrebs-Patientinnen in Zukunft Biopsien erspart werden können. Der Bluttest könnte, so die Hoffnung, schon vor Therapiebeginn anzeigen, ob eine Hormontherapie erfolgversprechend ist, und unter der Therapie ihr Versagen frühzeitig erkennen lassen. Erst vor kurzem hatten zwei andere Forscherteams ähnliche Ergebnisse zur Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms veröffentlicht.

Foto: © sakai2132000 - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
60-Stunden-Woche für Krankenschwestern, doppelt so lange Wartezeiten beim Hausarzt: Dieses Szenario könnte schon in einem Jahrzehnt Realität werden, wenn das Gesundheitssystem nicht entschlossen reagiert. Schon jetzt ist das Angebot an freien Stellen hier zweieinhalbmal so groß wie der Zahl der Bewerber.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.