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22.01.2018

Brasilien kämpft gegen Gelbfieber

Brasilien verzeichnet den größten Gelbfieber-Ausbruch seit 30 Jahren. Jetzt hat die WHO auch Sao Paulo zum Risikogebiet erklärt. Reisende sollten sich unbedingt impfen lassen.
Erneuter Gelbfieber-Ausbruch in Brasilien mit Schwerpunkt São Paulo

Erneuter Gelbfieber-Ausbruch in Brasilien mit Schwerpunkt São Paulo

Das Centrum für Reisemedizin rät Brasilien-Reisenden weiterhin zu einer Gelbfieberimpfung. Grund ist ein erneuter Gelbfieber-Ausbruch in der Region um São Paulo. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun auch die brasilianische Metropole zum Risikogebiet für eine Ansteckung mit Gelbfieber erklärt. Allein in diesem Jahr sind laut dem Gesundheitssekretariat São Paulos bereits elf Menschen an Gelbfieber gestorben. Im gesamten Land wurde zwischen Dezember 2016 und August 2017 der größte Gelbfieberausbruch der letzten 30 Jahre verzeichnet. Am stärksten betroffen war der Südosten des Landes. Zuvor waren in der Region zahlreiche Affen an der Infektion verendet. Der Ausbruch scheint aber nicht vorüber zu sein. Die Behörden haben die Bevölkerung zur Impfung aufgefordert.

Impfschutz nach zehn Tagen

Brasilien-Reisende sollten beachten, dass der volle Impfschutz frühestens zehn Tage nach der Gelbfieber-Impfung aufgebaut ist. Wer bereits früher einmal gegen Gelbfieber geimpft worden ist, muss die Impfung nicht auffrischen lassen. Der Schutz hält laut WHO ein Leben lang. Die Weltgesundheitsorganisation rät außerdem, sich vor Moskitostichen zu schützen und auf Symptome des Gelbfiebers nach Rückkehr aus den Risikogebieten zu achten. Bei Verdacht sofort ins Krankenhaus – denn Gelbfieber ist eine ernste Erkrankung.

Im Januar ist ein Tourist nach seiner Rückkehr aus Brasilien in den Niederlanden erkrankt. Er hatte sich seit Mitte Dezember im Bundesstaat Sao Paulo und dort auch in der Stadt Mairipora aufgehalten. Dort waren im Dezember 20 Menschen erkrankt und 2 von ihnen verstorben.

 

Tödlicher Verlauf nicht so selten

Gelbfieber ist eine schwere Virusinfektion, die durch die Aedes-Mücke übertragen wird. Etwa drei bis sechs Tage nach der Infektion kommt es zu einem ersten Fieberschub, der von einem schweren Krankheitsgefühl mit Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit begleitet wird. Erkrankte haben häufig zudem einen verlangsamtem Puls und eine Bindehautentzündung. Danach tritt eine kurze scheinbar gesunde Phase ein - bis zu einem zweiten Fieberschub. Nun sind auch Organe betroffen und es kommt zu einer schweren Leberentzündung und Nierenversagen. Laut Tropeninstitut nimmt jeder zweite Gelbfieberfall einen schweren Verlauf – mit Koma und Todesfolge. Die Sterblichkeit bei ungeimpften Touristen soll noch höher sein.

Foto: © frank29052515 - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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