Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.10.2016

Botox könnte chronischen Husten lindern

Chronischer Husten kann sehr quälend sein. Nun hat ein Mediziner der Mayo Clinic in Rochester Patienten mit chronischem Husten erfolgreich durch Injektionen von Botulinumtoxin in den Kehlkopf behandelt.
Botox gegen chronischen Husten

Wenn Husten länger als acht Wochen anhält, wird er als chronisch bezeichnet

Chronischer Husten kann die Folge von Atemwegserkrankungen wie COPD oder Lungenentzündung sein. Doch häufig lässt sich keine Ursache für die Symptome finden. Für die Betroffenen ist der ständige Husten sehr unangenehm, und er kann ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen. Zugleich ist eine Behandlung oft nicht einfach oder mit starken Nebenwirkungen verbunden. Der HNO-Arzt Dale Ekbom von der Chronic Couch Clinic der Mayo Clinic in Rochester behandelt seit einiger Zeit Patienten mit chronischen neurogenem Husten durch Injektionen von Botulinumtoxin in den Kehlkopf – offenbar erfolgreich, wie eine Fallserie nun gezeigt hat.

Verbesserung bei jedem zweiten Patienten

Chronischer neurogener Husten wird häufig mit trizyklischen Antidepressiva, Antiepileptika, manchmal auch mit dem Muskelrelaxans Baclofen oder Lidocain behandelt. Doch nicht immer schlagen diese Therapiemethoden an. Als alternative Behandlung schlägt Ekbom die Injektion von Botox in den Kehlkopf vor, genauer gesagt in das Ligamentum cricothyroideum im Innern des Kehlkopfes. Hier wird durch mehrere Injektionen in die beiden Stimmbandspanner (Musculus thyroarytaenoideus) ein Depot des Nervengifts gespritzt.

Eine Fallserie mit insgesamt 22 Patienten hat nun gezeigt, dass die Behandlung bei 50 Prozent der Patienten eine Besserung brachte. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin JAMA Otolaryngology veröffentlicht. Schwere Komplikationen seien nicht aufgetreten, so Ekbom. Allerdings hatten die meisten Patienten eine vorübergehende Stimmstörung, viele auch eine Schluckstörung bei Flüssigkeiten.

 

Wirkmechanismus noch ungeklärt

Worauf die Wirkung des Botulinumtoxins bei Husten beruht, kann der Mediziner nicht genau erklären. Er vermutet jedoch, dass die Muskellähmung den sich selbst verstärkenden Kreislauf aus Hustenreiz, lokaler Irritation und weiterem Hustenreiz unterdrückt. Auch die schmerzstillende Wirkung des Nervengifts könnte eine Rolle spielen. Da die Studie jedoch nicht randomisiert war, ist nicht auszuschließen, dass die Wirkung zum Teil auch auf einem Placebo-Effekt beruht.

Foto: © Alen-D - Fotolia.com

Foto: Alen-D - Fotolia

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Husten

20.10.2015

Wenn zur Erkältungszeit der Husten plagt, sind nützliche Empfehlungen gefragt. Experten der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (Degam) haben Studien ausgewertet und danach die S3-Behandlungs-Leitlinie für Husten aktualisiert. Sie gilt bis 2018.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Saubere Hände sind nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden: Erkältungen, Magen-Darm-Probleme – und sogar Wurm-Erkrankungen. Mit kreativen Ideen kann man Kinder dazu motivieren, dass Hände waschen für sie in bestimmten Situationen des Alltags zum festen Ritual wird.

Seit August ist bekannt, dass die Impfquote in Deutschland höher ist als dem Robert Koch Institut gemeldet. Nun rechtfertigt das RKI die Untererfassung, die nach neusten Schätzungen fünf Prozentpunkte beträgt. Das Digitale Impfquotenmonitoring sei als Mindestimpfquote zu verstehen.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin