Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bluthochdruck: SPRINT-Studie setzt neue Standards

Neueste Daten der SPRINT-Studie legen eine noch stärke Senkung des Blutdrucks bei Hochdruckkranken nahe als bisher empfohlen. Nun will die Deutsche Hochdruckliga die Leitlinien zur Bluthochdrucktherapie entsprechend ändern.
SPRINT-Studie zeigt: Ein systolischer Blutdruck von 120 mmHg reduziert das Sterberisiko

SPRINT-Studie zeigt: Ein systolischer Blutdruck von 120 mmHg reduziert das Sterberisiko

Als im September die neuen Daten der amerikanischen SPRINT-Studie veröffentlicht wurden, waren deutsche Bluthochdruckexperten noch skeptisch. Inzwischen spricht die Deutsche Hochdruckliga sogar von einem Paradigmenwechsel in der Bluthochdrucktherapie und kündigt an, die Erkenntnisse der Systolic Blood Pressure Intervention Trial-Studie (SPRINT) würden Eingang in die deutschen Leitlinien finden.

Weniger Schlaganfälle und Herzinfarkte

Die Studie hatte gezeigt, dass Patienten mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko deutlich von einer medikamentösen Absenkung des Blutdrucks auf 120 mmHg profitieren. Im Vergleich zu jenen Patienten, deren Zielblutdruck auf bis zu 140 mmHg eingestellt war, erlitten 30 Prozent weniger Herz-Kreislaufereignisse wie Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und Herzinfarkte. Zudem war die Zahl der frühzeitigen Todesfälle in der 120er-Gruppe um 25 Prozent geringer. Die Ergebnisse fielen schon vor geplantem Studienende so eindeutig aus, dass die Forscher die Studie frühzeitig beendeten.

„Die Ergebnisse der SPRINT-Studie werden Eingang in die weltweiten und deutschen Leitlinien finden und diese maßgeblich verändern“, sagte Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. Allerdings könne man die Ergebnisse nicht auf alle Hochdruckkranken übertragen. „Sie gelten für Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, die nicht unter Diabetes leiden oder bereits einen Schlaganfall erlitten haben“, präzisiert Hausberg. Außerdem berge ein Zielblutdruck von 120 auch Risiken, etwa ein mögliches Nierenversagen: „Bei einer intensiven Blutdrucksenkung bei diesen Patienten müssen mögliche Nebenwirkungen besonders beachtet werden“, betonte der Hypertonie-Experte.

 

Deutsche Leitlinien werden geändert

In der Studie wurde die intensive Blutdrucksenkung engmaschig überwacht. Im realen Leben dürfte dies kaum umsetzbar sein. Die Hochdruckliga spricht deshalb von einer großen Herausforderung für das Gesundheitssystem.

In den deutschen Leitlinien wird bislang ein Blutdruck von bis zu 140/90 mm Hg als medizinisch vertretbar angesehen. Nach den Ankündigungen der Hochdruckliga wird diese Empfehlung nun für bestimmte Hochrisikopatienten revidiert.

Foto: © jd-photodesign - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Herz , Herzinfarkt , Herzinsuffizienz , Schlaganfall , Diabetes
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Bluthochdruck ist immer behandlungsbedürftig, auch milde Formen und der Altershochdruck, die so genannte isolierte systolische Hypertonie. Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga Prof. Dr. Martin Hausberg. Warum eine Änderung des Lebensstils oft schon ausreicht, erklärt der Bluthochdruck-Experte anlässlich des Welt-Hypertonietags am 17. Mai.
 
Weitere Nachrichten

Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin