. Hypertonie

Bluthochdruck: Lage hat sich gebessert, aber mehr junge Männer betroffen

In Deutschland kennen inzwischen mehr Menschen ihre Diagnose Bluthochdruck als noch vor 15 Jahren. Mit einer Ausnahme: Junge Männer zwischen 18 bis 29 Jahren leben oft lange mit der Hypertonie ohne davon zu wissen. Ihre Zahl steigt seit Jahren an.
Bluthochdruck: Lage hat sich gebessert, aber mehr junge Männer betroffen

Studie: Die Zahl der jungen Männer mit Bluthochdruck nimmt zu

Eigentlich haben die Bluthochdruck-Spezialisten auf ihrem 38. Wissenschaftlichen Kongress in Berlin viel Positives zu berichten gehabt. So wurde eine Studie des Robert Koch Instituts vorgestellt, wonach sich in Deutschland die Lage zur Hypertonie verbessert hat. Demnach ist der Blutdruck im Durchschnitt gesunken. Außerdem ist der Anteil derjenigen, die an Bluthochdruck erkrankt sind und davon wissen, deutlich gestiegen ist, nämlich von 69 auf 82 Prozent. „Das freut uns besonders“, sagt Kongresspräsident Professor Dr. med. Thomas Unger, Direktor der CARIM School for Cardiovascular Diseases, Maastricht University. Mindestens so wichtig: Heute lassen sich in Deutschland mehr Menschen gegen Bluthochdruck behandeln: Ihr Anteil ist der Studie zufolge von 55 auf 72 Prozent gestiegen.

Bluthochdruck: Männer zwischen 18 und 29 Jahren besonders gefährdet

Die Studie zeigt allerdings auch die Zunahme von Bluthochdruck unter Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren. Die Hypertonie-Experten vermuten, dass auch in dieser Altersklasse immer mehr Männer übergewichtig sind. Übergewicht ist ein wichtiger Auslöser von Bluthochdruck. „Gerade junge Menschen leben häufig lange Zeit mit Bluthochdruck, bevor sie von ihrer Erkrankung erfahren und sich in medizinische Behandlung begeben“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga Professor Martin Hausberg. Unbehandelter Bluthochdruck zieht gesundheitliche Folgen nach sich: Neben der Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall kann die Erkrankung die Nieren schädigen und auch Potenz und Libido mindern.

Die Studie des Robert Koch-Instituts ist Hausberg zufolge von großer Bedeutung für die Hypertonieforschung: „Einerseits zeigen die Zahlen, dass wir in den letzten Jahrzehnten viel zum Kampf gegen Bluthochdruck beitragen konnten: Das Wissen um die Erkrankung und die Bereitschaft zur Behandlung haben sich deutlich verbessert. Andererseits ist gerade der Anstieg der Betroffenen unter jungen Männern auch als Warnung zu verstehen, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen.“

Meditation kann den Blutdruck senken

Eine Studie der Maharishi University in Iowa, USA, sorgte auf dem Kongress außerdem für Aufmerksamkeit. Demnach soll die transzendentale Meditation (TM) den Blutdruck mindestens ebenso senken wie Sport, Diät, Salzreduktion und Gewichtsverlust. Die Ergebnisse der Studie hatte die American Heart Association so überzeugt, dass sie 2013 in einem wissenschaftlichen Statement der TM blutdrucksenkende Effekte bescheinigte.

Der 38. wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga fand vom 11. bis 13. Dezember in Berlin statt.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Meditation , Arzneimittel

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Antibiotika-Resistenzen werden zu einem immer größer werdenden Gesundheitsproblem. Als mögliche Alternativen gelten Bakteriophagen. Nun wurde eine Forschungsinitiative gestartet, um Bakteriophagen als zugelassenes Arzneimittel zu etablieren.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.