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Blutdruckmessgeräte getestet

Dienstag, 8. September 2020 – Autor:
Viele Menschen kontrollieren ihren Blutruck selbst. Damit das etwas bringt, müssen die Geräte genaue Werte liefern. Die Stiftung Warentest hat 17 Blutdruckmessgeräte getestet. Oberarmgeräte schnitten besser ab.
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Wer seinen Blutdruck selber misst, sollte auf die Auswahl des richtigen Gerätes achten – Foto: ©agenturfotografin - stock.adobe.com

Viele Menschen kontrollieren ihren Blutruck selbst. Damit das etwas bringt, müssen die Geräte genaue Werte liefern. Die Stiftung Warentest hat 17 Blutdruckmessgeräte getestet (Preise: 15,50 bis 70 Euro).

Sieben sind gut, heißt es im aktuellen "test"-Heft  (9/2020), darunter sechs für den Oberarm und nur eins fürs Handgelenk. Anders als die klassischen Blutdruckmessgeräte mit Stethoskop beim Arzt werden die Geräte nicht von Hand bedient, sondern arbeiten automatisch und zeigen die Werte digital an.

Oberarmgeräte messen genauer

Besonders wichtig: die Messgenauigkeit. Um diese zu überprüfen, nutzten die Prüfer jedes Gerät jeweils sechsmal bei 32 Testpersonen. Hinzu kamen ebensoviele Vergleichsmessungen mit einem Trio aus Quecksilbersäule, Stethoskop, Oberarm-Manschette. Diese Methode ist besonders zuverlässig. Im Vergleich dazu schnitten die aktuell geprüften Geräte bestenfalls befriedigend ab, sechs sogar nur ausreichend.

Oberarmgeräte sind insgesamt genauer als die Konkurrenz fürs Handgelenk. "Das hängt mit ihrer breiteren Manschette zusammen", sagt Projektleiter Marcus Pritsch. Durch sie ließen sich die für die Messung nötigen Werte besser erfassen. Und sitzt die Manschette richtig am Oberarm, sind die Geräte auch bei der Anwendung im Vorteil, sagt Pritsch: "Sie messen dann von selbst auf Herzhöhe." Handgelenkgeräte müssen Nutzer aktiv in diese Position bringen, also den Arm korrekt anwinkeln, sonst drohen Messfehler.

 

Koppelung mit Smartphone möglich

Positiv im aktuellen Test sticht die Handhabung heraus, heißt es weiter bei "test". Demnach lassen sich alle Geräte einfach bedienen, die Gebrauchsanleitungen sind verständlich. Die Lektüre lohnt: Wer Besonderheiten des gekauften Geräts missachtet, riskiert Messfehler. Wichtig ist auch, allgemeine Regeln zu beachten, etwa zum korrekten Sitz und Umfang der Manschette. Wie oft Patienten ihren Blutdruck messen sollten, sagt ihnen der Arzt.

Zwei Blutdruckmessgeräte im Test lassen sich via Bluetooth mit dem Smartphone koppeln. Die zugehörige App führt ein Blutdrucktagebuch, inklusive Kurvenverläufen, und erfüllt die Datenschutz-Anforderungen. Pluspunkt: Der Nutzer muss die Werte nicht von Hand in einen Blutdruckpass eintragen und kann die Verläufe stets auf einen Blick erfassen und seinem Arzt zeigen.

Blutdruckmessgeräte getestet

Von den 17 von Stiftung Warentest getesteten Blutdruckmessgeräten kostete das beste gute Gerät (Boso Medicus) 51 Euro, das günstige gute (Sanitas) ist für 27,20 Euro zu haben.

Foto: Adobe Stock/agenturfotografin

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