. Bluthochdruck

Blutdruck senken mit Achtsamkeit

Achtsamkeit könnte den Blutdruck bei Bluthochdruck-Patienten senken. Das ist das Ergebnis einer neuen US-Studie. Der Effekt hielt ein Jahr nach dem Training noch an.
meditation, MSBR, ruhe, entspannung

Mit einem speziellen Achtsamkeits-Programm schafften es Bluthochdruck-Patienten, ihre Werte zu senken

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache weltweit und fordern jährlich fast 18 Millionen Todesopfer. Viele dieser Todesfälle sind auf Bluthochdruck zurückzuführen.

Der könnte durch Medikamente oder Änderungen des Lebensstils wie gesünderes Essen, Gewichtsverlust und regelmäßige Bewegung verhindert werden. Doch Verhaltensänderungen sind häufig eine Herausforderung. An der Stelle könnte Achtsamkeit nützlich sein, sagt Eric Loucks, Professor für Epidemiologie, Verhaltens- und Sozialwissenschaften an der Brown University in Rhode Island.

Bluthochdruck bei vielen außer Kontrolle

"Wir wissen genug über Bluthochdruck, dass wir ihn theoretisch bei jedem Menschen kontrollieren können. Dennoch ist er bei etwa der Hälfte aller diagnostizierten Menschen immer noch außer Kontrolle", sagt Loucks, Hauptautor der Studie, die im Fachmagazin PLOS ONE erschien.

"Achtsamkeit könnte einen anderen Ansatz darstellen, um diesen Menschen zu helfen, ihren Blutdruck zu senken, indem sie verstehen, was in ihrem Geist und Körper vor sich geht", so der Wissenschaftler. Achtsamkeit oder MBSR (mindfulness-based stress reduction) ist ein in den USA von Jon Kabat-Zinn entwickeltes Meditations-Programm zur Stressreduktion.

 

Neun Wochen Achtsamkeits-Training

Für die Studie entwickelten Loucks und ein Forscherteam ein neunwöchiges, auf Achtsamkeit basierendes Blutdrucksenkungsprogramm für 43 Probanden, die im Schnitt 60 Jahre alt waren. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer hatten eine Hypertonie (130 systolisch über 85 diastolisch oder höher), während der Rest einen erhöhten Blutdruck (mindestens 120 über 80) aufwies.

Das Programm zielte darauf ab, Achtsamkeitstechniken einzusetzen, um die Kontrolle, die Emotionsregulierung und das Bewusstsein für gesunde und ungesunde Gewohnheiten zu verbessern und damit einige der mit erhöhtem Blutdruck verbundenen Risikofaktoren zu verringern.

Blutdruck senken mit Achtsamkeit

Es hat anscheinend funktioniert, wie die Studie zeigt. Nach dem Achtsamkeitstraining zeigten die Teilnehmer signifikante Verbesserungen der Selbstregulationsfähigkeiten und signifikant verringerte Blutdruckwerte. Die Teilnehmer verbesserten sich auch in den Bereichen Salz- und Alkoholkonsum und körperliche Aktivität.

Blutdruck senken mit Achtsamkeit: Die positiven Effekte waren bei der einjährigen Nachuntersuchung noch vorhanden und waren am ausgeprägtesten bei Teilnehmern, die an einer unkontrollierten Hypertonie im Stadium 2 (das heißt einem systolischen Blutdruck von 140 mmHg oder mehr) litten. Diese Teilnehmer zeigten da immer noch eine durchschnittliche Blutdrucksenkung von 15,1 mmHg, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Studie mit mehr Teilnehmern gestartet

Das Programm, so Loucks, kombiniere das Achtsamkeitstraining mit anderen Strategien zur Senkung des Blutdrucks, indem es die Teilnehmer ermutige, weiterhin ihre blutdrucksenkenden Medikamente einzunehmen und sie über Gewohnheiten aufzuklären, die zu einem erhöhten Blutdruck beitragen.

Derzeit wird eine Folgestudie durchgeführt, bei der mehr als 200 Teilnehmern an dem speziellen Achtsamkeitsprogramm teilnehmen. "Ich hoffe, dass diese Projekte zu einem Paradigmenwechsel in Bezug auf die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit hohem Blutdruck führen werden", sagt Loucks.

Foto: microgen/adobe.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Bluthochdruck ist immer behandlungsbedürftig, auch milde Formen und der Altershochdruck, die so genannte isolierte systolische Hypertonie. Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga Prof. Dr. Martin Hausberg. Warum eine Änderung des Lebensstils oft schon ausreicht, erklärt der Bluthochdruck-Experte anlässlich des Welt-Hypertonietags am 17. Mai.
 
. Weitere Nachrichten
Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Schulen, Doppelbelastungen – viele Familien sind diesen Herausforderungen nicht gewachsen. Konflikte und Streits drohen zu eskalieren. Vor allem in Familien, in denen es schon vor der Krise zu Gewalttaten kam, kann es jetzt richtig gefährlich werden.
Vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus kann Sport nicht schützen. Doch kommt es zur Lungenerkrankung Covid-19, kann körperliche Fitness dazu beitragen, den Krankheitsverlauf abzumildern. Das sagt ein Sportmediziner der Universität Paderborn.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.