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22.05.2018

Blutdruck besser zweimal messen

Experten raten bei der Blutdruckkontrolle in der Arztpraxis zu einer zweiten Messung nach einigen Minuten. Wird darauf verzichtet, wird häufig ein zu hoher Blutdruck ermittelt, was für die Patienten schwere Konsequenzen haben kann.
Blutdruckkontrolle, Blutdruck zweimal besser, falsch hoher Blutdruck

In Arztpraxen wird häufig ein falsch hoher Blutdruck gemessen

Der Blutdruck sollte immer nach fünf Minuten des Sitzens in entspannter Haltung sowie in ruhiger Umgebung durchgeführt werden. Um sicher zu gehen, sollte zudem mit einem Abstand von einigen Minuten eine zweite Messung durchgeführt werden. In vielen Fällen führt dies zu deutlich voneinander abweichenden Resultaten. Dies gilt insbesondere für die Blutdruckmessung in Arztpraxen, weil viele Patienten dort aufgeregt sind. Aber auch zu Hause sollte nach Möglichkeit eine zweite Messung erfolgen. Notiert wird dann immer der zweite Wert. Hält man sich nicht dran, dann besteht die Gefahr, dass falsch hohe Werte ermittelt werden. Das hat nun ein Research Letter gezeigt, der im Fachmagazin „JAMA Internal Medicine“ veröffentlicht wurde.

Blutdruck bei der zweiten Messung meist niedriger

Für ihre Studie hatten Ärzte der Case Western Reserve University in Cleveland bei mehr als 38.000 ambulanten Hochdruckpatienten sowie fast 81.000 Terminen in Arztpraxen die Auswirkungen einer Wiederholungsmessung untersucht. Immer wenn bei der ersten Messung der Blutdruck bei 140/90 mmHg oder höher lag, gab es automatisch eine Erinnerung, eine zweite Messung vorzunehmen. Bei 39 Prozent aller Messungen war der erste Wert erhöht, bei 83 Prozent davon wurde die empfohlene zweite Messung durchgeführt. Das Ergebnis: Im Mittel lag der systolische Druck bei der zweiten Messung um 8 mmHg niedriger als bei der ersten Messung.

 

Falsch hoher Blutdruck kann zu fehlerhafter Behandlung führen

Insgesamt wurde mit der zweiten Messung bei 36 Prozent der Patienten mit zunächst zu hohen Werten ein normaler Blutdruck festgestellt. Die größten Abweichungen zeigten sich bei Patienten mit besonders hohen Ausgangswerten. Für Studienautor Douglas Einstadter zeigt das Ergebnis, dass bei vielen Patienten, deren Blutdruck angeblich nicht richtig eingestellt wird, dies gar nicht der Fall ist. Und die fehlerhafte Messung bleibt meist nicht ohne Folgen, da Patienten dadurch möglicherweise falsch behandelt werden und zu viele oder nicht die richtigen Medikamente erhalten.

Bei der Blutdruckkontrolle sollten die Beine nebeneinander stehen, da bei übereinander geschlagenen Beinen der Blutdruck durch die Anspannung der Muskulatur steigt. Der Messpunkt am Arm sollte sich immer in Herzhöhe befinden. Liegt er tiefer, so ist der gemessene Wert zu hoch, bei einem höher liegenden Messpunkt ist er zu niedrig. Auch Kaffeekonsum vor der Messung kann die Blutdruckwerte vorübergehend erhöhen.

Foto. © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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