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Blaulicht in der Nacht stört Schlaf-Wach-Rhythmus

Licht ist der stärkste Zeitgeber für unsere innere Uhr. Gerät diese aus dem Takt, kann das der Gesundheit schaden. Eine Studie zeigt nun, dass viel blaues Licht in der Nacht dazu führt, dass sich der Tag-Nacht-Rhythmus nicht mehr mit der Umwelt synchronisieren kann.
Blaulicht, Schlaf-Wach-Rhythmus, innere Uhr

Blaues Licht beeinflusst unsere innere Uhr besonders stark

Wie stark Blaulicht sich auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt, haben bereits mehrere Studien gezeigt. Damit verbunden sind diverse Gesundheitsrisiken. So stuft die internationale Krebsagentur langjährige Schichtarbeit, die mit Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus verbunden ist, als wahrscheinlich Krebs erregend ein. Das ist besonders bedenklich, da laut Mikrozensus 2017 mehr als 4,5 Millionen Menschen in Deutschland nachts arbeiten.

24-Studen-Lichtprofile erlauben neue Erkenntnisse

Um die Zusammenhänge zwischen Lichteinflüssen und innerer Uhr genauer zu untersuchen, führten Wissenschaftler vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), eine Studie durch. Dafür führten sie bei Beschäftigten in der Pflege jeweils über 24 Stunden personenbezogene Lichtmessungen durch. Dies erlaubte den Forschern eine detaillierte Analyse der Unterschiede zwischen Tag- und Nachtarbeit. Nach Angaben des IPA konnte damit erstmals eingehend beschrieben werden, wie sich 24-Stunden-Lichtprofile durch die Schichtarbeit verändern.

An der Studie nahmen weibliche Beschäftigte in der Krankenpflege teil, die sowohl in Tag- als auch in Nachtschichten arbeiteten. Die Vergleichsgruppe bestand aus Frauen, die ausschließlich in Tagschichten arbeiteten. Erfasst wurden in der Studie typische 24-Stunden-Profile des Lichts während Phasen mit Tagarbeit und Phasen mit Nachtarbeit.

 

Bei Nachtarbeit verschiebt sich Blaulichtprofil

Dazu trugen die Teilnehmerinnen Lichtmessgeräte, mit denen die Lichtexpositionen in verschiedenen Spektralbereichen – hierunter auch das Blaulicht, welches für die biologischen Tagesrhythmen eine besondere Rolle spielt – alle zehn Sekunden aufgezeichnet wurden. „Wir haben so ein engmaschiges Lichtprofil über den Tag erhalten und konnten gezielt bestimmte Zeitabschnitten untersuchen“, erläutert die Leiterin der Studie Dr. Sylvia Rabstein.

„Natürlich waren wir davon ausgegangen, dass die Lichtprofile bei Nachtarbeit eine erhöhte Blaulichtexposition im Vergleich zu Phasen mit Tagschicht zeigen“, so Prof. Thomas Behrens. Doch die Forscher fanden noch mehr heraus. „Es zeigte sich, dass das 24-Stunden-Blaulichtprofil bei Nachtschichtarbeit nicht nur zeitlich verschoben ist, sondern auch eine ganz andere Form hat“, so Rabstein.

Bei Schichtarbeit sind abgedunkelte Schlafräume besonders wichtig

Die Forscherin erläutert weiter: „So fehlten insbesondere die längeren Phasen an Dunkelheit, die für die Synchronisation der inneren Uhren durch den Wechsel zwischen hell und dunkel wichtig sein können und die auch für eine gute Schlafqualität sorgen.“ Mit Blick auf die tägliche Praxis könnte dies bedeuten, dass es sinnvoll ist, den Schlafraum beim Tagschlaf noch stärker abzudunkeln. Wie sich die Unterschiede in den Lichtprofilen auf Schlaf, Hormone und weitere Parameter auswirken, soll nun in weiteren Studien genauer untersucht werden.

Blaulicht stört Melatonin-Ausschüttung

Licht ist der für den Menschen sichtbare Bereich der elektromagnetischen und optischen Strahlen, der durch die Stäbchen und Zapfen des Auges wahrgenommen wird, aber auch noch auf weitere Rezeptoren wirkt. Die Strahlung im Spektralbereich des blauen Lichts ruft dabei unter anderem eine nichtvisuelle Wirkung im Körper hervor. Diese sorgt dafür, dass der biologische Tagesrhythmus im Körper mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Umwelt synchronisiert wird.

So beeinflusst blaues Licht insbesondere unseren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch den Hormonhaushalt und viele weitere Prozesse im Körper. Studien zeigen, dass zu viel Blaulicht in der Nacht dazu führen kann, dass die nächtliche Ausschüttung des auch als „Schlafhormon“ bezeichneten Melatonins unterdrückt wird. Daher wird von einer intensiven Nutzung von Lichtquellen wie PC, Tablet, Smartphone und Co. vor dem Schlafengehen abgeraten.

Foto: © Chris Hertzschuch - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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