. Seltene Erkrankungen

Blasenmedikament PPS bekommt "Orphan Drug"-Status

Der Wirkstoff Pentosanpolysulfat (PPS) hat in Europa den "Orphan Drug"-Status erhalten. Das Mittel wird in den Leitlinien als Standardtherapie bei der chronischen Blasenerkrankung Interstitielle Cystitis (IC) empfohlen.
Pentosanpolysulfat ist jetzt in Europa als „Orphan-Drug“ zur Behandlung der Interstitiellen Cystitis registriert

Pentosanpolysulfat ist jetzt in Europa als „Orphan-Drug“ zur Behandlung der Interstitiellen Cystitis registriert

Die Interstitielle Cystitis (IC) ist eine schwere chronische Erkrankung der Blase. Erschwerte und schmerzhafte Blasenentleerungen und starke Schmerzen im Unterbauch kennzeichnen die IC, die zu den sogenannten Seltenen Erkrankungen (Orphan Diseases) zählt. Zur Behandlung steht seit einigen Jahren der Wirkstoff Pentosanpolysulfat (PPS) zur Verfügung. Im Dezember hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) dem Wirkstoff den “Orphan-Drug“ Status zuerkannt. Dies besagt etwa, dass das Mittel einen Zusatznutzen für Patienten mit Interstitieller Cystitis (IC) hat.

Erfolg für den Hersteller

Für Arzneimittel-Hersteller sind mit dem “Orphan-Drug“ Status einige Vorteile verbunden. Zum Beispiel eine zehnjährige Marktexklusivität, die unabhängig vom Patentschutz gilt und auch ähnliche Wettbewerber-Medikamente vom Markt fern hält, solange diese nicht überlegen sind. „Die Erteilung des Orphan Drug-Status für Pentosanpolysulfat in der Europäischen Union ist ein großer Erfolg für bene Arzneimittel", freut sich der Geschäftsführer des deutschen Unternehmens Dr. Günter Auerbach. „Das ist ein bedeutender Meilenstein für die Zukunft unseres Unternehmens, um Patienten mit seltenen, aber schweren Erkrankungen innovative Präparate in der Urologie zur Verfügung stellen zu können."

 

PPS in Leitlinien verankert

Von einer Interstitiellen Cystitis sind nur zwei von 10.000 Menschen betroffen. Ursache für die chronische Erkrankung der Blase ist unter anderem eine Schädigung der Blasenschleimhaut, wobei insbesondere die sogenannte Glykosaminoglykan-Schicht betroffen ist. Dadurch ist deren Schutzeffekt vermindert. So können toxische Harnbestandteile in tiefere Gewebeschichten vordringen und Entzündungen hervorrufen können. Der Wirkstoff PPS baut die Glykosaminoglykan-Schicht wieder auf und verhindert so weiteres Eindringen schädigender Substanzen in tiefere Gewebeschichten. Außerdem unterstützt PPS die Hemmung der Ausschüttung des Gewebehormons Histamin, wodurch sich die Entzündung als Begleit- und Folgeerscheinung der Erkrankung reduziert. In den europäischen und US-amerikanischen Ärzte-Leitlinien ist der Wirkstoff bereits als Standardtherapie der IC verankert.

Foto: © absolutimages - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seltene Erkrankungen , Blasenstörung , Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Blasenerkrankungen

| Nicht alle Patienten mit Reizblase sprechen auf eine medikamentöse Therapie an. Für diese Menschen gibt es nun eine neue Behandlungsmöglichkeit. Erst kürzlich wurde die Injektion mit Botox zur Behandlung der Reizblase zugelassen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Braunes Fett gilt als Sattmacher und Kalorienkiller. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass das Darmhormon Sekretin braunes Fettgewebe stimuliert. Unklar ist noch, welche Lebensmittel den Prozess in Gang setzen können.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.