Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bisphenol A könnte Sterberisiko erhöhen

Donnerstag, 20. August 2020 – Autor:
Die Chemikalie Bisphenol A ist in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff enthalten. Eine Studie aus den USA zeigt, dass eine höhere Bisphenol-A-Konzentration im Körper das Sterberisiko erhöht.
Plastik, Plastikmüll, Plastikgeschirr

Viele Plastikgegenstände enthalten die Chemikalie Bisphenol A – Foto: ©photka - stock.adobe.com

Die Industrie-Chemikalie Bisphenol A (BPA) ist in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff enthalten – wie etwa Plastikflaschen, Plastikspielzeug, Plastikbesteck und den in Deutschland mittlerweile verbotenen Thermopapier-Kassenzetteln.

Über ihre mögliche toxische Wirkung auf menschliche Organe und das Hormon-System wird seit langem diskutiert. Eine im Fachmagazin JAMA veröffentlichte Studie aus den USA zeigt, dass eine höhere Bisphenol-A-Konzentration im Körper das Sterberisiko erhöht

344 Todesfälle in der Nachbeobachtungszeit

Die national repräsentative Kohortenstudie umfasste 3.883 Erwachsene ab 20 Jahren, die an der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey 2003 - 2008 teilnahmen und Urinproben für die Messung der BPA-Spiegel bereitstellten. Das Durchschnittsalter betrug 43,6 Jahre. Sie wurden bis Ende 2015 weiterverfolgt. Im Juli 2019 werteten Forscher um Wei Bao von der University of Iowa die Daten aus.

Während der Nachbeobachtungszeit von im Schnitt  9,6 Jahren traten 344 Todesfälle auf, darunter 71 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 75 Todesfälle aufgrund von Krebs. Teilnehmer mit höheren BPA-Werten im Urin hatten ein höheres Todesrisiko.

 

Bisphenol A könnte Sterberisiko erhöhen

Nach dem Herausrechnen von weiteren Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, sozioökonomischer Status, Ernährungs- und Lebensstilfaktoren, Body-Mass-Index und Kreatininspiegel war das Risiko bei den hohen BPA-Spiegeln im Urin um 49 Prozent erhöht für die Gesamtmortalität und um 46 Prozent für die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisphenol A könnte also das Sterberisiko erhöhen.

Weitere Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse in anderen Populationen zu replizieren und die zugrunde liegenden Mechanismen zu bestimmen, sagen die Forscher.

Bisphenol A in Babyflaschen verboten

Aus der Substanz Bisphenol A wird der Kunststoff Polycarbonat hergestellt, der für Behälter und Flaschen für Lebensmittel und Getränke verwendet und für die Herstellung von Innenbeschichtungen von Getränke- und Konservendosen eingesetzt wird.

In Babyflaschen ist Bisphenol A seit einigen Jahren verboten, seit Januar 2020 in Thermopapier. Viele Händler drucken die Kassenbons mittlerweile auf umweltfreundlicherem blauen Papier aus, das keine Chemikalien enthält.

Foto: Adobe Stock/photka

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Umweltmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bisphenol A

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Für die empfindliche Gesichtshaut ist die kalte Jahreszeit eine Strapaze. Besonders gilt das für die Lippen. Sie können trocken und spröde werden, Risse bekommen – und sogar bluten. Was kann man tun, um das zu verhindern? Und wie lässt sich das behandeln?

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin