. Umweltmedizin

Bisphenol A könnte Sterberisiko erhöhen

Die Chemikalie Bisphenol A ist in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff enthalten. Eine Studie aus den USA zeigt, dass eine höhere Bisphenol-A-Konzentration im Körper das Sterberisiko erhöht.
Plastik, Plastikmüll, Plastikgeschirr

Viele Plastikgegenstände enthalten die Chemikalie Bisphenol A

Die Industrie-Chemikalie Bisphenol A (BPA) ist in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff enthalten – wie etwa Plastikflaschen, Plastikspielzeug, Plastikbesteck und den in Deutschland mittlerweile verbotenen Thermopapier-Kassenzetteln.

Über ihre mögliche toxische Wirkung auf menschliche Organe und das Hormon-System wird seit langem diskutiert. Eine im Fachmagazin JAMA veröffentlichte Studie aus den USA zeigt, dass eine höhere Bisphenol-A-Konzentration im Körper das Sterberisiko erhöht

344 Todesfälle in der Nachbeobachtungszeit

Die national repräsentative Kohortenstudie umfasste 3.883 Erwachsene ab 20 Jahren, die an der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey 2003 - 2008 teilnahmen und Urinproben für die Messung der BPA-Spiegel bereitstellten. Das Durchschnittsalter betrug 43,6 Jahre. Sie wurden bis Ende 2015 weiterverfolgt. Im Juli 2019 werteten Forscher um Wei Bao von der University of Iowa die Daten aus.

Während der Nachbeobachtungszeit von im Schnitt  9,6 Jahren traten 344 Todesfälle auf, darunter 71 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 75 Todesfälle aufgrund von Krebs. Teilnehmer mit höheren BPA-Werten im Urin hatten ein höheres Todesrisiko.

 

Bisphenol A könnte Sterberisiko erhöhen

Nach dem Herausrechnen von weiteren Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, sozioökonomischer Status, Ernährungs- und Lebensstilfaktoren, Body-Mass-Index und Kreatininspiegel war das Risiko bei den hohen BPA-Spiegeln im Urin um 49 Prozent erhöht für die Gesamtmortalität und um 46 Prozent für die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisphenol A könnte also das Sterberisiko erhöhen.

Weitere Studien sind erforderlich, um diese Ergebnisse in anderen Populationen zu replizieren und die zugrunde liegenden Mechanismen zu bestimmen, sagen die Forscher.

Bisphenol A in Babyflaschen verboten

Aus der Substanz Bisphenol A wird der Kunststoff Polycarbonat hergestellt, der für Behälter und Flaschen für Lebensmittel und Getränke verwendet und für die Herstellung von Innenbeschichtungen von Getränke- und Konservendosen eingesetzt wird.

In Babyflaschen ist Bisphenol A seit einigen Jahren verboten, seit Januar 2020 in Thermopapier. Viele Händler drucken die Kassenbons mittlerweile auf umweltfreundlicherem blauen Papier aus, das keine Chemikalien enthält.

Foto: Adobe Stock/photka

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