. Brustimplantate

Billig-Implantate könnten für Frauen teuer werden

Auch in Deutschland sind mehreren tausend Frauen die fehlerhaften Brustimplantate der Marken PIP und Rofil eingesetzt worden. Ob die Krankenkassen die Kosten für die Entfernung übernehmen, hängt von der Indikation ab.
Billig-Implantate

K. H. Laube/pixelio

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät mittlerweile allen betroffenen Frauen, sich PIP- beziehungsweise Rofil-Brustimplantate entfernen zu lassen. Doch wer übernimmt die Kosten für diesen Eingriff? Die Verbraucherzentralen raten den betroffenen Frauen, sich vor der Entfernung der Implantate mit ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen und eine Kostenzusage einzufordern. Doch wenn nicht gerade eine medizinische Indikation vorliegt - wie etwa der Brustaufbau im Rahmen einer Brustkrebs-Behandlung - dürfte dies schwierig werden.

Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) vertreten die Auffassung, dass sich Frauen an den Kosten beteiligen müssen, wenn das das fehlerhafte Implantat bei einer Schönheitsoperation verwendet wurde. Sowohl der GKV-Spitzenverband als auch Vertreter der zuständigen Fachgesellschaften berufen sich dabei auf das Sozialgesetz. Dort heisst es, dass die Kosten für Behandlungen infolge einer "nicht indizierten ästhetischen Operation" von den Versicherten teilweise zurückzufordern sind. Welchen Anteil die Betroffenen selbst übernehmen müssen, ist dort nicht klar geregelt. Gut möglich, dass einige Kassen die Kosten aus Kulanz übernehmen.

Der Krebsinformationsdienst wie auch die Verbraucherzentralen weisen eindeutig daraufhin, dass bei einer medizinisch begründeten Brustoperation in Folge einer Krebserkrankung, die Kassen in der Pflicht sind. Diese Patientinnen hätten auch Anspruch auf ein neues Implantat.

Die Warnung des BfArM besteht seit 6. Januar, nachdem bekannt geworden war, dass die Produkte PIP und Rofil nicht nur leicht reissen, sondern es auch zum "Ausschwitzen" des verwendeten, für Medizinprodukte nicht zugelassenen Silikons kommen kann. Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM erklärte dazu: "Die Mitteilungen von Ärzten, Fachgesellschaften und Kliniken zeigen, dass mögliche Gesundheitsrisiken durch vermehrt ausgetretenes Silikon auch dann entstehen können, wenn keine Rissbildung vorliegt. Das BfArM empfiehlt daher, dass die betroffenen Implantate als Vorsichtsmassnahme entfernt werden sollten." Wie dringend eine Entnahme im Einzelfall sei hänge wesentlich davon ab, wie lange die Patientin das Implantat bereits trage. Dies sollte deshalb vor jeder Operation zwischen Arzt und Patientin besprochen werden, so Schwerdtfeger.

Bei Fragen zur Kostenübernahme können sich Patientinnen auch an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit wenden:                            Telefon 01805 - 99 66 02

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Brustkrebs , Krebs , Krankenkassen

Weitere Nachrichten zum Thema Brust

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.