. Neue Therapien bei Krebs

Besserer Zugang zu Innovationen und Lotsen für Krebspatienten gefordert

Besseren Zugang zu neuen Therapien und mehr Unterstützung bei psychischen und sozialen Problemen für Krebspatienten - das fordert eine Arbeitsgruppe der Deutschen Krebsgesellschaft, der Ärzte, Wissenschaftler, Politiker, Patienten- und Krankenkassenvertreter gleichermaßen angehören.
Krebsversorgung mit Hilfe von Patientenlotsen

Innovationen und Beratung helfen Krebspatienten

In einem Positionspapier mahnt die Arbeitsgruppe „Zukunft der Onkologie“ Verbesserungen für die Krebsversorgung an. Die Experten plädieren unter anderem für ein engeres Zusammenspiel von Behandlung und Forschung und für eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern bei der Versorgung. Dabei sollen auch virtuelle Netzwerke eingesetzt werden. Zudem fordert die Arbeitsgruppe, dass die Patienten den Behandlern auf Augenhöhe begegnen können. „Dazu benötigen sie Unterstützung in Form eines Lotsen und einer sogenannten Prähabilitation“, so ein Ergebnis des gemeinsamen Positionspapiers.

Verbesserungsbedarf bei Beratung und Zugang zu Innovationen

„Ich bin froh, dass wir über alle Interessensgegensätze einen tragfähigen Konsens gefunden haben“, so die Sprecherin der Arbeitsgruppe, Karin Maag von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der rasante Wissenszuwachs über die Entstehung von Krebs habe die Möglichkeiten zur Krebsdiagnose und -therapie enorm erweitert. Allerdings sei der Weg vom Labor zum Krankenbett noch immer weit, kritisierte Maag.

Sabine Dittmar (SPD) und ebenfalls Sprecherin der Arbeitsgruppe, ergänzte: „Gute Beratungsangebote und der rasche und sichere Zugang zu medizinischen Innovationen für alle betroffenen Patientinnen und Patienten sind essentiell für den Behandlungserfolg.“

Tumorboards und Lotsen sollen Krebspatienten helfen

Damit Innovationen schneller und sicherer in die Versorgungspraxis Einzug halten, schlägt die Arbeitsgruppe vor, dass Forscher und betreuende Ärzte in sogenannten translationalen Tumorboards zusammenarbeiten und sich gemeinsam zur Dokumentation der Behandlungsdaten über klinische Krebsregister verpflichten. Die Register geben die Daten anonymisiert weiter, damit sie für die Forschung und die Verbesserung der Versorgung genutzt werden können.

Neben dem Zugang zu Innovationen will die Arbeitsgruppe aber auch die Beratung bei psychischen Belastungen oder sozialrechtlichen Fragen nach einer Krebs-Therapie verbessern. Dazu sollen besonders ausgebildete Lotsen die Patienten während des gesamten Verlaufs ihrer Erkrankung begleiten. Ergänzend schlägt die Gruppe ein spezielles Schulungs- und Informationsangebot vor. Die sogenannte Prähabilitation soll Patienten schon vor Beginn der Ersttherapie auf die weiteren Schritte vorbereiten. Die Gruppe empfiehlt zudem, die Psychoonkologie als voll erstattungsfähige Leistung in der ambulanten wie stationären Versorgung einzubeziehen.

Foto: Tom-Hanisch - Fotolia

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Krebsforschung , Psychoonkologie , Krebsregister

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsbehandlung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.