. Beruf und Gesundheit

Berufliche Rehabilitation ist gut angelegtes Geld

Arbeiten trotz Krankheit kann möglich sein. Allein die Deutschen Rentenversicherung hat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro für die berufliche Rehabilitation ausgegeben.
Berufliche Rehabilitation ist gut angelegtes Geld

Arbeiten trotz Handicap: Rentenversicherer fördern die beruflichen Rehabilitation

Ein Unfall, ein Schlaganfall oder eine Krebserkrankung – jedes Jahr werden in Deutschland Abertausende Menschen mitten aus dem Berufsleben gerissen. Oft bleiben dauerhaft gesundheitliche Beeinträchtigungen bestehen. Trotz körperlicher Einschränkungen kehren viele Menschen wieder in ihren Beruf zurück. Der Staat fördert dies sogar. Allein die Deutschen Rentenversicherung hat im Jahr 2012 über 270.000 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt und dafür 1,2 Milliarden Euro ausgegeben.

Staatlich gefördert werden auch medizinische Rehabilitationsmaßnahmen, um Menschen so zu stabilisieren, dass Arbeiten überhaupt wieder möglich wird. Jede Rentenversicherung beschäftigt inzwischen eigene Reha-Beauftragte, weil der Grundsatz gilt, dass Reha für die Betroffenen besser als Rente ist. Preiswerter für den Sozialstaat ist es obendrein.

Berufliche Rehabilitation

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsplatz, wie die berufliche Rehabilitation im Fachjargon heißt, umfassen etwa die Umschulung in einen anderen Beruf, die behindertengerechte Ausstattung eines Kraftfahrzeuges, damit die Fahrt zum Arbeitsplatz möglich wird, oder die technische Umrüstung des Arbeitsplatzes. So kann zum Beispiel ein größerer Bildschirm plus eine größere Tastatur einem sehbehinderten Menschen, die Arbeit erleichtern – wenn nicht gar überhaupt erst möglich machen. Auch wenn Wissen durch die Krankheit verlorenging, übernehmen Rentenversicherungen die Kosten für entsprechende Weiterbildungsangebote.

„Betroffene können sich in den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung und den Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation ausführlich beraten lassen“, sagt Dr. Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung. Eine Broschüre „Berufliche Rehabilitation: Ihre neue Chance" kann im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de heruntergeladen werden.

Integrationsfachdienste beraten Schwerbehinderte und Menschen nach schwerer Krankheit

Rat und Hilfe geben auch Integrationsfachdienste der Kommunen. In Berlin gibt es insgesamt acht Integrationsfachdienste, die behinderte Menschen oder Menschen nach schwerer Krankheit bei der beruflichen Wiedereingliederung behilflich sind. „Viele Betroffene wissen gar nicht, welche Leistungen ihnen bei einer Erkrankung zustehen, wer etwa zuständig ist, wenn das Krankgeld ausläuft, oder dass es geförderte Wiedereingliederungsmaßnahmen“, sagte die Berliner Integrationsberaterin Ursula Rost im Rahmen eines Vortrags bei der Berliner Krebsgesellschaft im November. Dabei sei das staatliche Leistungsangebot der beruflichen Wiedereingliederung sehr groß. Gerade deshalb sei es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. 

© Nagel's Blickwinkel - Fotolia.com

Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rehabilitation

Weitere Nachrichten zum Thema Beruf und Gesundheit

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Interview mit Dr. med. Matthias Krause, Chefarzt der Median Klinik Hoppegarten - Rehabilitationsfachklinik für Orthopädie, Rheumatologie, Unfallverletzungen, Schmerztherapie und Medizinisch-berufliche Rehabilitation.
. Weitere Nachrichten
Regelschmerzen sind für viele Frauen bis zu einem gewissen Punkt normal. Werden sie jedoch unerträglich, kann eine Endometriose dahinterstecken, eine chronische Erkrankung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Diagnose ist schwierig, und auch die Therapie kann kompliziert sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) überprüfte anhand von Blut- und Urinproben die Versorgung der Deutschen mit Vitamin D, Folat, Natrium, Kalium und Jod. Ergebnis: Deutschen mangelt es an Vitamin D.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.