Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Berliner „Ärztin für Arme“ erhält Auszeichnung

Die Berliner „Ärztin für die Armen“ – Jenny De la Torre - erhält den Deutschen Stifterpreis 2015. Das gab der Bundesverband Deutscher Stiftungen kürzlich bekannt. Der Preis wird am 8. Mai beim Stiftungstag in Karlsruhe überreicht.

Ärztin der Armen und Obdachlosen: Jenny De la Torre

Seit 2006 hilft die Jenny De la Torre Stiftung, die von der Ärztin gegründet wurde, wohnungslosen Menschen. Im Gesundheitszentrum werden sie nicht nur medizinisch versorgt, sondern erhalten auch psycho-soziale und rechtliche Beratung, Kleidung oder Essen. Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, begründet in einer Pressemitteilung des Verbandes die Entscheidung so: "Die 'Ärztin der Armen', wie sie in Berlin genannt wird, setzt sich für Menschen ein, um die viele von uns einen großen Bogen machen. Jenny De la Torre Castro wirkt mit ihrer Stiftung an der Schnittstelle von Gesundheit und Sozialem, um den am Rande der Gesellschaft Stehenden echte Teilhabe zu ermöglichen. 

Obdachlosigkeit ist für Jenny De la Torre auch eine Krankheit – im sozialen Sinne

Neben der direkten Unterstützung von betroffenen Menschen will sie das Thema Obdachlosigkeit als soziale Krankheit in der Öffentlichkeit bekannt machen.“ Die Stiftung arbeite zudem stark wirkungsorientiert - Prävention und Wiedereingliederung in die Gesellschaft seien zentrale Anliegen. Darüber hinaus hätte die Ärztin erkannt, dass die Rechtsform der Stiftung geeignet ist, um ihr Anliegen - Menschen in einer akuten Notlage zu helfen - dauerhaft und nachhaltig zu verwirklichen. 

Die Stiftung hat nach eigenen Angaben ein Kapital von rund 851.000 Euro, welches hauptsächlich aus der selbst genutzten Immobilie besteht. Die Finanzierung der täglichen Arbeit wird überwiegend durch Spenden geleistet. Wie der Stifterverband mitteilt, ist die Jenny De la Torre Stiftung eine von 845 Stiftungen in Berlin.

 

"Ärztin für Arme" begann schon im Jahr 1994 am Ostbahnhof Obdachlose zu behandeln

Die Ärztin Jenny De la Torre Castro wurde 1954 in der peruanischen Stadt Nazca geboren. In ihrem Heimatland schon früh mit Armut und sozialer Ungleichheit konfrontiert, prägte sie der Wunsch, armen Menschen zu helfen. In den 70-er Jahren geht De la Torre Castro nach Ostdeutschland, um Medizin zu studieren. In Berlin absolviert sie ihre Facharztausbildung zur Kinderchirurgin und promoviert. 1994 beginnt die Medizinerin auf dem Berliner Ostbahnhof, obdachlose Menschen zu behandeln. Um ihr Engagement langfristig anzulegen, gründet sie im Jahr 2002 die Jenny De la Torre Stiftung mittels des Preisgeldes für die "Goldene Henne" in der Kategorie Charity und mit Unterstützung von Privatpersonen, Unternehmen und des Berliner Senats. Das Gesundheitszentrum in der Pflugstraße 12, Berlin-Mitte, wurde 2006 eröffnet. Gemeinsam mit anderen Ärzten aller Fachrichtungen behandelt sie dort seitdem kranke Menschen - meist ohne Papiere oder Versicherung. Täglich werden etwa 50 bis 80 Menschen im Gesundheitszentrum behandelt und betreut, schreibt der Stifterverband.

Foto: Stifterverband

Autor: Cornelia Wanke
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ärzte

56 Prozent der niedergelassenen Ärzte in Deutschland befürchten Probleme bei der Suche nach einem Nachfolger für die eigene Praxis. Nur ein Viertel ist sich sicher, die Praxis zum Ruhestand erfolgreich verkaufen zu können. Brisant daran: Für jeden zweiten selbstständigen Arzt ist ein Verkaufserlös elementarer Teil der Altersvorsorge.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Zahnpflege ist wichtig. Auf lange Sicht natürlich zum Schutz vor Zahnausfall; aber auch, weil Entzündungen im Mund Krankheiten im gesamten Körper begünstigen können. Manche Lebensmittel aber schwächen beim Essen vorübergehend die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Deshalb gilt hier: Eine halbe Stunde warten. Oder die Zähne VOR dem Essen putzen – beim Frühstück vor allem.


Long-Covid stellt Ärzte vor ein Rätsel. Wegen der enormen Krankheitslast –- etwa jeder zehnte Covid-Patient ist betroffen – wird immerhin intensiv daran geforscht. Was Ärzte inzwischen über das komplexe Krankheitsbild wissen, hat Gesundheitsstadt Berlin Experten gefragt. Eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin