. Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)

Berliner Abgeordnetenhaus gibt grünes Licht für BIH-Gesetz

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Freitag das Gesetz über die Errichtung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH) beschlossen. Der Schritt ist mehr als eine bloße Formalität.
Berliner Institut für Gesundheitsforschung: Enge Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Klinik

Berliner Institut für Gesundheitsforschung: Enge Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Klinik

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) wird in Kürze eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das entsprechende Gesetz hat das Berliner Abgeordnetenhaus am Freitag durchgewinkt. In 14 Tagen soll es rechtskräftig werden. Nach dem Gesetz ist das BIH nun eine außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtung des Landes Berlin im Bereich der Biomedizin, wobei die beiden Trägereinrichtungen Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) selbstständig bleiben.

Was diese „Formalität“ für die gemeinsame Einrichtung von Charité und MDC bedeutet, fasst der Vorstandsvorsitzende des BIH Prof. Ernst Theodor Rietschel so zusammen: „Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung ist nun eigenständig und rechtsfähig. Auf diesem festen Grund können wir die gemeinsame Forschung von Charité und MDC und damit die translationale und systemmedizinisch ausgerichtete Forschung in Berlin weiter ausbauen.“

BIH ist nun eigenständig und rechtsfähig

Rietschel und seine Vorstandskollegen Prof. Karl Max Einhäupl und Prof. Axel Radlach Pries von der Charité sowie Prof. Thomas Sommer vom MDC dankten in einer Mitteilung dem Berliner Abgeordnetenhaus für die Verabschiedung des Gesetzes. Damit sei ein wichtiger Meilenstein für den Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Berlin erreicht.

An dem Konzept, ein neues gemeinsame Forschungseinrichtung von Charité und MDC im Bereich der Biomedizin einzurichten, wurde bereits seit 2011 gearbeitet. Im März 2013 wurde das Berliner Institut für Gesundheitsforschung schließlich gegründet. „Wir sind voller Freude, dass Bund und Land die stärkere Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung, wie wir sie im BIH etablieren, seitdem konsequent vorangetrieben und alle notwendigen Schritte zur Institutionalisierung immer unterstützt haben“, erklärte der BIH-Vorstand am Freitag.

 

Systemmedizinischer Ansatz verspricht bessere Therapien

Das BIH verfolgt einen systemmedizinischen Ansatz. Das heißt, Wissenschaftler erforschen krankheits- und organübergreifende Prozesse des menschlichen Organismus. Ziel ist es, Erkenntnisse der Grundlagenforschung möglichst rasch in neue Therapien zu übersetzen. Diesen Ansatz nennt man translationale Forschung oder salopper: from bench to bedise. Nach Ansicht des BIH werden durch die Bündelung der exzellenten Bereiche von MDC und Charité langfristig „entscheidende Fortschritte für die Gesundheit der Menschen erreicht.“

Foto: © yanlev - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Mehr als 700 Tonnen Antibiotika werden in Deutschland pro Jahr an Tiere verfüttert. Über das Düngen mit Gülle gelangen die Medikamente dann in die Böden. Biogasanlagen können das offenbar nicht verhindern, wie eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeigt.
Seit Monaten wird das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) heftig diskutiert. Unter anderem steht die geplante Erhöhung der Mindestsprechzeiten bei niedergelassenen Ärzten in der Kritik. Das Bundesgesundheitsministerium will jedoch daran festhalten.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.