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Berlin verkürzt Booster Abstand auf drei Monate

Dienstag, 21. Dezember 2021, aktualisiert: 22.12.2021 – Autor:
In Berlin ist die Booster-Impfung jetzt schon drei Monate nach der Grundimmunisierung möglich. Das hat die Senatsverwaltung für Gesundheit praktisch zeitgleich mit der STIKO beschlossen.
In Berlin kann die Auffrischungsimpfung bereits drei Monate nach der Grundimmunisierung erfolgen

In Berlin kann die Auffrischungsimpfung bereits drei Monate nach der Grundimmunisierung erfolgen – Foto: © Adobe Stock/ bluedesign

In Berlin kann die Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus künftig bereits drei Monate nach der Grundimmunisierung erfolgen. Bislang beträgt der zeitliche Abstand mindestens fünf Monate. Die Entscheidung wurde offenbar vor dem Hintergrund der Omikron-Variante getroffen.

 „Wir befinden uns in sehr kritischen Phase vor einer Omikron-Welle, in der jede Boosterimpfung zählt“, sagt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Es ergebe keinen Sinn, boosterwillige Menschen zurückzuschicken, „obwohl früheres Boostern empfohlen ist“, so die Senatorin in einer Medienmitteilung am Montag.

STIKO ändert Empfehlung

Am Dienstag zog die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut nach. Die STIKO und empfiehlt nun allen Personen im Alter ab 18 Jahren eine COVID-19-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff in einem Mindestabstand von drei Monaten zur vollendeten Grundimmunisierung. Kindern und Jugendlichen unter 18 wird ein Booster nicht empfohlen. 

Auf Grund der aktuellen Verbreitung der Omikron-Variante sei damit zu rechnen, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland innerhalb kürzester Zeit durch diese besorgniserregende Variante bestimmt sein werde, teilt die STIKO mit.

Aktuelle Daten deuten auf einen deutlich verringerten Impfschutz gegenüber der Omikron-Variante hin. Der Schutz nimmt bereits drei bis vier Monaten nach der Grundimmunisierung deutlich ab. Nach Verabreichung einer Auffrischungsimpfung steigt die Schutzwirkung gegenüber einer symptomatischen Infektion mit der Omikron-Variante jedoch wieder deutlich an.

Vor diesem Hintergrund geht die STIKO davon aus, dass durch eine Booster-Impfung auch der Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen nach Infektion mit der Omikron-Variante wieder zunimmt. Durch die Verkürzung des Impfabstands solle der Schutz vor schweren Erkrankungen durch Infektionen mit der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung verbessert und die Transmission der sich ausbreitenden Omikron-Variante vermindert werden, so die STIKO.

 

Sonderfall Johnson & Johnson

Bei einer Grundimmunisierung mit dem Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson folgt Berlin der unveränderten STIKO-Empfehlung, wonach mindestens 28 Tage zwischen Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfung liegen sollen. Die STIKO empfiehlt den Booster hier ausdrücklich, da aktuelle Daten darauf hindeuten, dass für den Janssen-Impfstoff - im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen - eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante besteht. Personen unter 30 Jahren sollten ausschließlich mit dem Vakzin von Biontech geboostert werden, bei Personen über 30 Jahre ist eine Impfung mit Biontech oder Moderna möglich.

Impftermine können in Berlin online oder Über die Impfhotline unter der 030 90282200 gebucht werden.

Hauptkategorien: Berlin , Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
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