Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.10.2018

Berlin hat jetzt eine Clearingstelle für Menschen ohne Krankenversicherung

In Berlin leben schätzungsweise 60.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Betroffene können sich neuerdings an die Stadtmission in der Lehrter Straße wenden. Dort wurde gerade eine Clearingstelle für Menschen mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz eröffnet.
Clearingstelle, keine Krankenversicherung

Armut nimmt zu: Die Clearingstelle bei der Berliner Stadtmission hilft Menschen ohne Krankenversicherung

Arm, obachlos, arbeitslos, geflüchtet oder einfach nur nachlässig – es gibt viele Gründe, warum jemand nicht krankenversichert ist. Bei Krankheit oder Unfällen kann das bitter werden. Denn wer kommt dann für die Arzt- oder Krankenhauskosten auf? Hilfe verspricht die Clearingstelle für Menschen mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz des Berliner Senats. Sie befindet sich im „Zentrum am Hauptbahnhof“ der Stadtmission in der Lehrter Straße und hat ihre Arbeit am 9. Oktober aufgenommen.

Anspruch auf Krankenversicherung

Laut Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat wurde das neue Angebot bereits gut angenommen. „Die Clearingstelle hat als Anlaufstelle die Aufgabe, jenen Menschen, die durch das Raster unseres Gesundheitssystems gerutscht sind, zu ihrem Recht auf eine Krankenversicherung zu verhelfen“, sagte sie bei der offiziellen Eröffnung am Montag. „Ich freue mich, bereits einigen Betroffenen geholfen werden konnte.

Schätzungen zufolge leben in Berlin 60.000 Menschen ohne Krankenversicherung, darunter sind nicht nur Arme und Obdachlose, sondern auch Selbständige und Studenten, die etwa eine private Krankenversicherung mit sehr eingeschränkten Leistungen haben. Jeder vierte bis fünfte §ohne Krankenversicherung“ gilt als „versicherbar“.

 

Clearingstelle prüft alle Möglichkeiten

Die Clearingstelle steht allen Betroffenen zur Verfügung, Deutschen genauso wie Ausländern mit oder ohne Aufenthaltsanspruch. Die Mitarbeiter dort prüfen alle Möglichkeiten eines Leistungsanspruches und bieten Unterstützung und Begleitung für weitere Schritte an. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Migranten beim Berliner Integrationsbeauftragten und dem Willkommenszentrum Berlin.

„Wir erleben täglich, dass Menschen aufgrund ihres ungeklärten Krankenversicherungsschutzes entweder keine ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen oder nur ungenügend versorgt werden“, sagt Martin Zwick, Vorstand der Berliner Stadtmission. Somit könne die Clearingstelle für betroffene Menschen sogar lebensverlängernd wirken. „Wir sind dankbar, dass damit eine weitere qualifizierte Hilfe in dem Netz von Unterstützungen für arme Menschen in dieser Stadt angeboten wird.“

Für die Clearingstelle stehen bis Ende 2019 insgesamt drei Millionen Euro zur Verfügung.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , Flüchtlinge
 

Weitere Nachrichten zum Thema Armut

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im ersten Lockdown dieser Pandemie ging die Zahl der Schlaganfälle um 17 Prozent zurück. Experten sind überzeugt: Die Symptome wurden bloß nicht ernst genommen. Und das sei fatal.

Antibiotika sind die Standardtherapie bei bakteriellen Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben. Aber sie greifen auch die hochkomplexe Darmflora an und damit das Immunsystem. Und: Sie können sogar ihrerseits Krankheiten auslösen. Forscher haben jetzt 1.200 Medikamente daraufhin getestet, ob sie sich hier – parallel verabreicht – als „Gegenmittel“ eignen.

In Israel gelten nur noch Personen mit dritter Impfung als vollständig geimpft. Und tatsächlich sinken die Fallzahlen im Land. Das Vorgehen ist jedoch wissenschaftlich umstritten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin