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02.09.2017

Berlin hat eine neue Tagesklinik für Schmerzpatienten

Die Charité hat ihr Angebot für Schmerzpatienten erweitert. Im neuen Kompetenzzentrum Schmerz am Campus Benjamin Franklin ist auch eine Tagesklinik integriert.
Neues Schmerzzentrum in Berlin eröffnet: An der Charité gibt es jetzt auch ein Tagesklinik für Patienten mit chronischen Schmerzen

Neues Schmerzzentrum in Berlin eröffnet: An der Charité gibt es jetzt auch ein Tagesklinik für Patienten mit chronischen Schmerzen

Die Charité hat ein Kompetenzzentrum Schmerz am Campus Benjamin Franklin eröffnet. Neu ist die integrierte Tagesklinik. Sie ergänzt die bisherige Schmerzambulanz und verspricht Patienten eine noch umfassendere Versorgung. In der Tagesklinik werden die Patienten von Schmerzmedizinern, Schmerzpsychologen, Ärzten für Physikalische Medizin sowie Physio- und Sporttherapeuten betreut.

Nach Auskunft des Leiters des Schmerzzentrums Dr. Andreas Kopf ist das Ziel der Behandlung die Rückkehr in den Alltag und Beruf. Viele Betroffene sind von den chronischen Schmerzen so beeinträchtigt, dass sie kein normales Leben mehr führen können und berufsunfähig werden. „Mit der neuen Tagesklinik können wir unseren Patienten eine Behandlung zukommen lassen, die sich genau an der Intensität ihres Schmerzes und der Beeinträchtigung orientiert“, erklärt Schmerzspezialist Andreas Kopf. Dies könne die Behandlung und somit die Zufriedenheit nachhaltig verbessern.

Ziel ist mehr Lebensqualität

Am Kompetenzzentrum werden alle chronischen Schmerzzustände behandelt. Dazu gehören beispielsweise Schmerzerkrankungen wie Kopfschmerzen und das Fibromyalgiesyndrom, aber auch chronische Schmerzen nach einer Nervenverletzung, einem Unfall, einer Gürtelrose oder einer Tumorerkrankung. Ebenso geeignet ist die Tagesklinik für Patienten mit Endometriose, Morbus Sudeck, Schlaganfällen oder einer (Rücken-) Operation.

„Ein nicht oder nur unvollständig behandelter Schmerz hat häufig zahlreiche negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Für die Betroffenen ist der Teufelskreis aus chronischen Schmerzen und alltäglicher Beeinträchtigung dann nur noch schwer allein zu durchbrechen“, sagt Schmerzmediziner Kopf.

Da chronische Schmerzen vielfach auch mit Ängsten einhergehen, stehen der Abbau von Angst und die Förderung der Entspannungsfähigkeit ebenso im Mittelpunkt der Behandlung wie die körperliche Aktivierung. Patienten erlernen außerdem den verantwortungsvollen Einsatz von Medikamenten.

Lücken in der Schmerzversorgung

Als universitäre Einrichtung ist das neue Kompetenzzentrum Schmerz überdies an Forschungsvorhaben beteiligt und setzt sich dafür ein, die Schmerzmedizin als Pflichtfach zu etablieren.

Bundesweit gibt es große Lücken in der Schmerzversorgung. Schätzungen zufolge ist jeder fünfte von chronischen Schmerzen betroffen. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn sich der Schmerz nicht mehr auf eine einzige Ursache zurückführen lässt. Es handelt sich dann um eine eigenständige Erkrankung.

© Africa Studio - Fotolia.com

 
Autor: ham
 

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