. Gemeinsames Krebsregister

Berlin - auffällig viele Lungenkrebserkrankungen

Das Gemeinsame Krebsregister Berlins und der ostdeutschen Bundesländer hat Zahlen zum Krebsgeschehen in Berlin veröffentlicht. Demnach haben Krebserkrankungen in den letzten zehn Jahren um rund 20 Prozent zugenommen. Besonders auffällig ist der hohe Anteil an Lungenkrebs in der Hauptstadt.
Berlin - auffällig viele Lungenkrebserkrankungen

Jedes Jahr mehr Lungenkrebsfälle unter Frauen

Die Berliner werden älter. Das spiegelt sich indirekt auch in den Zahlen des Gemeinsamen Krebsregisters wider, die die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag veröffentlicht hat. Demnach sind in Berlin im Jahr 2011 insgesamt 17.363 Menschen neu an Krebs erkrankt, zehn Jahre zuvor verzeichnete das Krebsregister lediglich 13.965 Krebsneuerkrankungen. „Der Anstieg lässt sich vor allem mit der älter werdende Bevölkerung erklären, da die Neuerkrankungsrate mit dem Alter zunimmt“, sagt Dr. Heide Wilsdorf-Köhler, Leiterin der Arbeitsgruppe Epidemiologie am Gemeinsamen Krebsregister. Lege man für jedes Jahr die gleiche Altersstruktur zu Grunde, sei die Neuerkrankungsrate bei Männern in den letzten zehn Jahren stabil geblieben, bei Frauen dagegen leicht angestiegen.

Mehr Krebsfälle durch demografischen Wandel

Mit 8.517 neu an Krebs erkrankten Männern und 8.846 Frauen waren Krebserkrankungen in 2011 ziemlich gleichmäßig auf beide Geschlechter verteilt. Männer erkrankten am häufigsten an Prostatakrebs (18,5%), dicht gefolgt von Lungenkrebs mit 18,1 Prozent. Bei Frauen war Brustkrebs mit 31,4 Prozent die häufigste Krebserkrankung und Lungenkrebs mit 11,7 Prozent zweithäufigste. Darmkrebs stand bei Männern und Frauen mit 12,4 Prozent bzw. 11,3 Prozent jeweils an dritter Stelle der Krebsdiagnosen. Damit unterscheidet sich die Hauptstadt nicht wesentlich vom Bild in ganz Deutschland.

Lungenkrebs häufigste Krebstodesursache in Berlin

Eine Besonderheit fällt in Berlin dennoch ins Auge: Berlinerinnen und Berliner erkranken viel häufiger an Lungenkrebs als Menschen in den ostdeutschen Bundesländern. Dort liegt der Anteil bei Männern bei 13,8 Prozent und bei Frauen bei 6,5 Prozent. „Dies korrespondiert mit dem Rauchverhalten der Berlinerinnen und Berliner“, weiß Wilsdorf-Köhler. Bekannt ist auch, dass immer mehr Frauen rauchen. Folglich entwickeln sich Krebserkrankungen der Lunge bei Männern und Frauen unterschiedlich: „Während bei Männern die Neuerkrankungen in den letzten zehn Jahren stetig abnahmen, stiegen sie bei Frauen von Jahr zu Jahr an“, so die Epidemiologin.

Lungenkrebs ist in Berlin genau wie in ganz Deutschland nach wie vor die Krebstodesursache Nummer eins. 28,4 Prozent aller Krebstodesfälle bei Männern und 19,5 Prozent bei Frauen gingen im Jahr 2011 auf Lungenkrebs zurück.

Das Gemeinsame Krebsregister (GKR) dokumentiert Krebsdiagnosen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Daten zu den einzelnen Ländern sind unter www.berlin.de/gkr/dienstleistungen/daten/#land) zu finden.

Foto: © Wrangler - Fotolia.com

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