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05.03.2016

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Angriff auf resistente Tumore

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) fanden heraus, dass sich resistente Tumore beim Bauchspeicheldrüsenkrebs mit einem Enzym gegen Medikamente schützen. Ihnen gelang es, den Schutz aufzuheben.
Nachweis des von Krebszellen produzierten Enzyms CYP3A5 (grün)

Bauchspeicheldrüsenkrebszellen, die das Enzym CYP3A5 (grün) produzieren

Es gibt drei verschiedene Typen von Pankreastumoren. Sie unterscheiden sich in ihrer Aggressivität und in ihrem Ansprechen auf Medikamente, wie das Forscherteam um Andreas Trumpp und Martin Sprick vom DKFZ herausfand. Die Zellen des resistenten Subtyps produzieren verstärkt das Enzym CYP3A5, welches normalerweise in der Leber aktiv ist.

„Die Pankreas-Tumorzellen machen sich diese Enzymkaskade zunutze und bauen damit Medikamente ab, bevor sie überhaupt wirken können“, berichtet Studien-Autorin Elisa Noll. „So sind sie gegen viele derzeit verwendete Krebsmedikamente resistent“, sagt sie weiter in einer Mitteilung des DKFZ.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Angriff auf resistente Tumore

Sprick ergänzt: „Es ist uns gelungen, das Enzym in den Tumorzellen und sogar in tumortragenden Mäusen gezielt zu blockieren, und die Zellen dadurch für die Medikamente wieder empfindlich zu machen. Wir hoffen nun, Substanzen zu finden, die wir beim Patienten einsetzen können.“

Die CYP3A5-vermittelte Medikamentenresistenz kann auch erst im Laufe der Behandlung auftreten. „Circa zwanzig Prozent der Pankreastumoren sind durch die Produktion dieses Enzyms von vornherein resistent. Wir gehen aber davon aus, dass die sekundäre Resistenz bei noch wesentlich mehr Patienten eine Rolle spielt“, so Sprick. Bei längerer Gabe des Medikaments Paclitaxel etwa produzierten zuvor empfindliche Tumorzellen plötzlich vermehrt CYP3A5 und sprachen dann nicht mehr auf die Behandlung an.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Test auf Tumor-Typ entwickelt

Um herauszufinden, an welchem der drei Tumortypen der Patient erkrankt ist, entwickelten die Wissenschaftler einen Test. Sie untersuchten eine große Anzahl an Bauchspeicheldrüsentumoren. Die aus diesen Tumoren gezüchteten Zelllinien produzierten entweder das Protein KRT81 oder HNF1A oder keines der beiden. Diese Marker können nun mittels Antikörper-Färbung schnell und zuverlässig in Patientenproben nachgewiesen werden.

„Diese Marker ermöglichen es, verschiedene Typen von Bauchspeicheldrüsentumoren in der Routinediagnostik zu unterscheiden und möglicherweise die Behandlung entsprechend abzustimmen“, erläutert Andreas Trumpp. „Das Ziel ist Patienten durch die bessere Diagnostik eine erfolgreichere individualisierte Behandlung anbieten zu können.“ Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Nature Medicine.

Foto:  Martin Sprick, DKFZ

Autor: red
 

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