. Pankreaskarzinom

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Angriff auf resistente Tumore

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) fanden heraus, dass sich resistente Tumore beim Bauchspeicheldrüsenkrebs mit einem Enzym gegen Medikamente schützen. Ihnen gelang es, den Schutz aufzuheben.
Nachweis des von Krebszellen produzierten Enzyms CYP3A5 (grün)

Bauchspeicheldrüsenkrebszellen, die das Enzym CYP3A5 (grün) produzieren

Es gibt drei verschiedene Typen von Pankreastumoren. Sie unterscheiden sich in ihrer Aggressivität und in ihrem Ansprechen auf Medikamente, wie das Forscherteam um Andreas Trumpp und Martin Sprick vom DKFZ herausfand. Die Zellen des resistenten Subtyps produzieren verstärkt das Enzym CYP3A5, welches normalerweise in der Leber aktiv ist.

„Die Pankreas-Tumorzellen machen sich diese Enzymkaskade zunutze und bauen damit Medikamente ab, bevor sie überhaupt wirken können“, berichtet Studien-Autorin Elisa Noll. „So sind sie gegen viele derzeit verwendete Krebsmedikamente resistent“, sagt sie weiter in einer Mitteilung des DKFZ.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Angriff auf resistente Tumore

Sprick ergänzt: „Es ist uns gelungen, das Enzym in den Tumorzellen und sogar in tumortragenden Mäusen gezielt zu blockieren, und die Zellen dadurch für die Medikamente wieder empfindlich zu machen. Wir hoffen nun, Substanzen zu finden, die wir beim Patienten einsetzen können.“

Die CYP3A5-vermittelte Medikamentenresistenz kann auch erst im Laufe der Behandlung auftreten. „Circa zwanzig Prozent der Pankreastumoren sind durch die Produktion dieses Enzyms von vornherein resistent. Wir gehen aber davon aus, dass die sekundäre Resistenz bei noch wesentlich mehr Patienten eine Rolle spielt“, so Sprick. Bei längerer Gabe des Medikaments Paclitaxel etwa produzierten zuvor empfindliche Tumorzellen plötzlich vermehrt CYP3A5 und sprachen dann nicht mehr auf die Behandlung an.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Test auf Tumor-Typ entwickelt

Um herauszufinden, an welchem der drei Tumortypen der Patient erkrankt ist, entwickelten die Wissenschaftler einen Test. Sie untersuchten eine große Anzahl an Bauchspeicheldrüsentumoren. Die aus diesen Tumoren gezüchteten Zelllinien produzierten entweder das Protein KRT81 oder HNF1A oder keines der beiden. Diese Marker können nun mittels Antikörper-Färbung schnell und zuverlässig in Patientenproben nachgewiesen werden.

„Diese Marker ermöglichen es, verschiedene Typen von Bauchspeicheldrüsentumoren in der Routinediagnostik zu unterscheiden und möglicherweise die Behandlung entsprechend abzustimmen“, erläutert Andreas Trumpp. „Das Ziel ist Patienten durch die bessere Diagnostik eine erfolgreichere individualisierte Behandlung anbieten zu können.“ Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Nature Medicine.

Foto:  Martin Sprick, DKFZ

Autor: red
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.