Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.01.2017

Bauchfett erhöht Schlaganfallrisiko

Dass Übergewicht das Schlaganfallrisiko erhöht, ist bekannt. Doch ebenso wichtig wie das Gesamtgewicht ist die Frage, wie es im Körper verteilt ist. Besonders gefährlich scheint das Bauchfett zu sein. Das hat eine Studie aus Spanien nun bestätigt.
Bauchfett und Schlaganfallrisiko

Bauchfett ist besonders stoffwechselaktiv und daher gefährlich für die Gesundheit

Im Körper gibt es zwei Arten von Fettgewebe, das subkutane sowie das viszerale. Das subkutane, also das Unterhautfettgewebe, wird vor allem an Po und Hüfte sichtbar und dient hauptsächlich als Energiespeicher für schlechte Zeiten beziehungsweise hält uns warm. Das Viszeralfett sammelt sich hingegen in der Bauchhöhle rund um die Organe. Es gilt als besonders ungesund. Nun haben spanische Forscher gezeigt, dass Bauchfett auch das Schlaganfallrisiko erhöhen kann. Die Neurologen hatten untersucht, welchen Einfluss das Gesamtgewicht, aber auch die Verteilung der Fettreserven im Körper auf das Schlaganfallrisiko haben.

Für Frauen scheint Übergewicht gefährlicher zu sein

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 388 Patienten unter 75 Jahren, die alle einen ischämischen Schlaganfall erlitten hatten, und verglichen deren Daten mit denen einer Kontrollgruppe. Wie sich zeigte, war Bauchfett – auch unabhängig vom Body Mass Index (BMI) – ein eigenständiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Für Frauen galt das besonders.

Auch insgesamt war der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Schlaganfallrisiko bei Frauen stärker als bei Männern. Bei ihnen war sowohl ein erhöhter Bauchumfang als auch ein erhöhtes Taille-zu-Hüfte-Verhältnis mit einem drei- bis fünffach erhöhten Risiko für Schlaganfälle verbunden – bei Männern war dieser Zusammenhang schwächer ausgeprägt. Zudem hatten Männer mit leichtem Übergewicht sogar ein etwas geringes Risiko für Schlaganfälle. Ein gewisser Fettanteil scheint bei ihnen also sogar eine Schutzfunktion zu haben. Dieser Effekt war bei Frauen nicht zu beobachten.  

 

Bauchfett ist besonders stoffwechselaktiv

Warum aber ist gerade Bauchfett für unsere Gesundheit so gefährlich? Viele Forscher sind der Meinung, dass dies an der hohen Stoffwechselaktivität des Viszeralfetts liegt, denn es bildet mehr als 200 Botenstoffe. Dazu gehören auch solche, die den Blutdruck erhöhen, die Freisetzung des Hormons Insulin beeinflussen und Entzündungen auslösen können.

Ab welcher Menge Bauchfett wirklich gefährlich wird, kann bisher allerdings nicht bestimmt werden. Auch ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, wie hoch der Bauchfettanteil bei einer Person ist. Der Body Mass Index reicht hier als Bestimmungsgröße nicht aus, denn wo genau das Fett am Körper sitzt, berücksichtigt der BMI nicht. So können auch normalgewichtige Menschen einen erhöhten Bauchfettanteil haben.

Foto: © anoli - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Adipositas , Übergewicht , Schlaganfall
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

08.10.2019

Meist sind es Laien, die Zeugen eines Schlaganfalls werden. Häufig sind sie sich jedoch nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Schlaganfall handelt und was sie tun sollen. Der FAST-Test gibt eine einfache Hilfestellung, wie in diesem Fall vorzugehen ist.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin