Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.08.2017

Bärentraubenblätter gegen Blasenentzündung auf dem Prüfstand

Bärentraubenblätter sind ein altes Heilmittel und werden auch bei Blasenentzündungen eingesetzt. Bislang fehlt allerdings die wissenschaftliche Evidenz. Eine Studie soll nun klären, ob die Heilpflanze eine Alternative zu Antibiotika bei leichten Harnwegsinfekten ist.
Bärentraubenblätter sind ein altes Hausmittel bei Blasenentzündungen. Eine Studie will jetzt die wissenschaftliche Evidenz liefern

Bärentraubenblätter sind ein altes Hausmittel bei Blasenentzündungen. Eine Studie will jetzt die wissenschaftliche Evidenz liefern

Eine Blasenentzündung muss nicht zwangsläufig mit Antibiotika behandelt werden. So reicht bei leichten Harnwegsinfekten oft schon die Gabe von Ibuprofen, wie ein Forscherteam der Universitäten Göttingen, Bremen und Hannover kürzlich feststellen konnte. Auch pflanzliche Heilmittel können helfen, insbesondere Bärentraubenblättern wird eine entzündungslindernde Wirkung nachgesagt. Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftliche Evidenz dafür. Dabei wäre es gerade in Anbetracht der zunehmenden Antibiotikaresistenzen sinnvoll, alternative Heilmethoden zu finden.

Regatta sucht nach Antibiotika Alternative

Darum will das Forscherteam um die beiden Göttinger Professoren Eva Hummers-Pradier, und Ildikó Gágyor in einer weiteren Studie nun den Effekt von Bärentraubenblätterextrakt bei Blasenentzündung untersuchen. Die klinische Studie namens REGATTA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,5 Millionen Euro gefördert und schließt 38 Hausarztpraxen in Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Bremen ein.

„Die Erkenntnisse aus der Studie REGATTA könnten für Patientinnen eine Alternative zur Behandlung mit Antibiotika eröffnen, die das Schmerzmittel Ibuprofen, nicht gut vertragen oder aus anderen Gründen ablehnen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Ildikó Gágyor vom Institut für Allgemeinmedizin an der Uniklinik Göttingen.

 

Frauen mit unkomplizierter Blasenentzündung testen das Kraut

Patientinnen (Frauen zwischen 18 und 75 Jahren) mit den Symptomen eines unkomplizierten Harnwegsinfekts wie Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang werden im Rahmen von Regatta nach dem Zufallsprinzip entweder mit Uva Ursi (Bärentraube) oder mit dem Antibiotikum Fosfomycin behandelt. Da die Studie verblindet ist, wissen weder Patientinnen, noch die behandelnden Ärzte wissen, welches Medikament gegeben wird.

Bärentraubenblätter sind die die Blätter des grünen Zwergstrauchs. Sie haben eine antibakterielle Wirkung und werden darum schon seit Jahrhunderten bei entzündlichen Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen eingesetzt. Das Extrakt gibt es in Form von Tabletten oder Arzneitee in der Apotheke zu kaufen. Harnwegsinfektionen gehören nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den häufigsten Infektionen des Menschen überhaupt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. In den meisten Fällen kommt es auch ohne Behandlung zu einer Heilung.

Foto: © Heike Rau - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Blasenstörung , Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Blasenentzündung

26.03.2019, aktualisiert: 11.05.2021

Senföle gelten als antibakteriell und entzündungshemmend und sind in der Lage, Krankheitserreger gleich auf mehreren Ebenen anzugreifen. Weil sie in ihrer Wirkung, nicht aber bei den Risiken Antibiotika gleichkommen, eignen sie sich bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen als Behandlungsalternative, bestätigt eine aktuelle urologische Studie.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin