. Kampagne

Bärbel Schäfer wirbt für Organspende

"Meine Organe. Meine Entscheidung" heißt eine neue Kampagne des Bundesverbands Lebertransplantierte, die am 15. Oktober in Hessen angelaufen ist. Buchautorin und Moderatorin Bärbel Schäfer unterstützt die Kampagne als prominente Botschafterin.

Promi Bärbel Schäfer: Ich habe mich für die Organspende entschieden

Manipulationen bei der Organvergabe haben einen erheblichen Vertrauensverlust in der Bevölkerung verursacht und viele Vorurteile aufgebaut. Die Bereitschaft zur Organspende ist seit Bekanntwerden der Organspendeskandale vor einem Jahr auf einen Tiefpunkt gesunken. Nun will der Bundesverband Lebertransplantierte Deutschland e.V. mit einer Kampagne das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende zurückgewinnen.

Am 15. Oktober ist in Hessen die mobile Initiative "Meine Organe. Meine Entscheidung" angelaufen. Sie will vor Ort Wissen rund um das Thema Organspende vermitteln und dazu aufrufen, dass jeder mit diesem Wissen seine persönliche Entscheidung trifft. Als prominente Botschafterin konnte der Selbsthilfeverband die Buchautorin und Moderatorin Bärbel Schäfer gewinnen. „Organspende geht uns alle an. Sie rettet schwerkranken Menschen das Leben. Noch wichtiger ist es eine Entscheidung zu treffen - ob für oder gegen Organspende. Ich habe mich dafür entschieden. Und Sie?“, sagte Bärbel Schäfer in einer Videobotschaft während der Kick off Veranstaltung am 15. Oktober in Frankfurt.

Mobile Informationen über Organspende und den Organspendeausweis

Die Kampagne tourt seither mit einem Kampagnenauto durch Hessen. „Ein Jahr lang werden wir nun in Hessen genau dort sein, wo sich Menschen treffen: auf Plätzen und Festen, in Betrieben und Unternehmen, vor Verwaltungen und auf dem Campus“, erläutert Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Lebertransplantierte Deutschland e.V. Dort wolle man zur Diskussion anregen und für den Organspendeausweis werben.

Der Selbsthilfeverband wird dabei von der Stiftung FÜRS LEBEN unterstützt. Die Initiative ermögliche es, in vielen persönlichen Begegnungen Menschen an das Thema Organspende heranzuführen, meint Thomas Biet, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Stiftung FÜRS LEBEN. „Wichtig ist am Ende eine informierte Entscheidung - von daher wünsche ich der Kampagne, dass sie viele Menschen in Hessen erreicht", so Biet. Aus seiner Sicht habe die Politik mit der Entscheidungslösung einen wichtigen Schritt getan, der durch Initiativen wie "Meine Organe. Meine Entscheidung" maßgeblich begleitet werde.

Auch die Krankenkasse Barmer GEK Hessen unterstützt das Vorhaben und hat für die Umsetzung der Kampagne nach eigenen Angaben Mittel aus der Selbsthilfeförderung eingesetzt. Der BARMER GEK Landesgeschäftsführer Norbert Sudhoff betonte, dass die Selbsthilfe in unserem Gesellschaftssystem eine wichtige Aufgabe übernehme. Selbsthilfe begleitet, unterstützt und informier und setzt genau da an, wo unsere Grenzen sind.“

Nur die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich informiert

Rund 11.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Organ. An jedem Tag sterben im Durchschnitt drei Patienten, die auf der Warteliste stehen, weil sie nicht rechtzeitig ein passendes Spenderorgan bekommen können. Laut einer Umfrage, die im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt wurde, fühlt sich nur die Hälfte der Bevölkerung ausreichend informiert, um überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

Foto: Bärbel Schäfer

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Organspende , Transplantation

Weitere Nachrichten zum Thema Organspende

| Über 10.000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan – viele von ihnen vergeblich. Am Tag der Organspende, der immer am ersten Samstag im Juni stattfindet, machen Gesundheitsorganisationen auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Vom Hepatitis C Medikament Sovaldi ist eine Fälschung auf den deutschen Markt gelangt. Das BfArM warnt davor, die Tabletten einzunehmen. Patienten können die Fälschung leicht erkennen: Die Filmtabletten sind weiß statt gelb.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.