. Demografischer Wandel

Auch in der Schönheitschirurgie werden die Patienten älter

Die Schönheitschirurgie kann sich dem demografischen Wandel nicht entziehen. Die Patienten der ästhetisch-plastischen Chirurgen werden älter. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).
Alles beim Alten in der Schönheitschirurgie

Brustvergrößerungen bleiben die beliebtesten Eingriffe bei ästhetisch-plastischen Chirurgen

Die Durchschnittspatienten der in der DGÄPC organisierten Schönheitschirurgen sind gut 40 Jahre alte Frauen mit akademischer Bildung, die sich von der äußeren körperlichen Veränderung ein verbessertes Lebensgefühl erhoffen. So lassen sich die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage zusammenfassen. Der Altersdurchschnitt der befragten Patienten stieg von 38 Jahren und sechs Monaten im Jahr 2010 auf 40 Jahre und neun Monate 2014. „Behauptungen, dass ästhetische Behandlungen immer mehr zum Jugendtrend werden, können wir widersprechen“, so DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern. Insgesamt sei der Anteil Minderjähriger mit 0,2 Prozent verschwindend gering. Knapp die Hälfte (48,0 Prozent) der Patienten sei über 40 Jahre alt.

Ästhetische Behandlungen für ein besseres Lebensgefühl

Dabei sind männliche Patienten etwas jünger als weibliche. Sie entscheiden sich schneller für eine Behandlung als Frauen. Während Frauen eine ästhetische Behandlung durchschnittlich 6,5 Jahre nach dem ersten Gedanken vornehmen lassen, brauchen Männer dafür im Schnitt 5,3 Jahre. Fast jeder fünfte männliche Patient (19,5 Prozent) entscheidet sich innerhalb von einem Jahr für eine Behandlung, bei den Frauen sind es 14,4 Prozent.

Doch der Anteil der männlichen Patienten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie ist erstmals seit drei Jahren rückläufig. Er sank von 17,1 Prozent im Jahr 2013 auf 14,7 Prozent in diesem Jahr. Allerdings war er zuvor rasant gewachsen. Bei ihrer ersten Befragung ermittelte die DGÄPC im Jahr 2008 einen Anteil von 9,6 Prozent. Jetzt stellte sie erstmals fest, dass überdurchschnittlich viele Patienten ihrer Mitglieder einen akademischen Abschluss vorweisen. Von den Männern sind es knapp die Hälfte (47,7%), insgesamt 35,4 Prozent.

Mehr als drei Viertel der Patienten streben mit dem ästhetischen Eingriff ein verbessertes Lebensgefühl an (76,4%). Jeder Achte (12,8%) erhofft sich, dass der Eingriff eine körperliche Einschränkung mindert, wobei dieser Anteil bei männlichen Patienten mit 18,5 Prozent deutlich größer ist.

Schönheitschirurgie: Brustimplantate nach wie vor am beliebtesten

Der beliebteste Eingriff bei Frauen ist wie eh und je die Brustvergrößerung mit Implantat (18,0%). Jedoch ließen 2014 mehr Patientinnen als eine Brustvergrößerung mit Eigenfett vornehmen (3,2%) als im Vorjahr – eine Tendenz, die möglicherweise immer noch auf das Misstrauen gegenüber Brustimplantaten zurückgeht, das der PIP-Skandal 2012 ausgelöst hat.

Deutlich an Beliebtheit gewonnen hat die Botox-Behandlung. Sie landere erstmals unter den beliebtesten drei Behandlungen. „Minimalinvasive und nichtinvasive Behandlungen gewinnen im Vergleich zu den klassischen Operationen weiter an Bedeutung“, stellt von Saldern fest. Das gilt auch für Männer. Bei ihnen gewinnen neben Botoxbehandlungen auch Intimkorrekturen, Faltenunterspritzungen und Brustkorrekturen bei Gynäkomastie an Bedeutung. Die häufigste Behandlung bei männlichen Patienten war jedoch die Lidstraffung (18,5%). Bisher stark nachgefragte Nasenkorrekturen rutschten in der Beliebtheitsskala deutlich ab (5,6%). Auch die Schweißdrüsenbehandlung ist mit 9,2 Prozent deutlich weniger gefragt als im Vorjahr.

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