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08.05.2018

Aspirin kann Hautkrebs-Risiko bei Männern erhöhen

Männer, die täglich einmal Aspirin einnehmen, haben ein fast doppelt so hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, wie Männer, die dies nicht tun. Das zeigt eine US-Studie.
Aspirin, acetylsalizilsäure, ASS, Schmerztabletten

Die tägliche Einnahmen von ASS ehöht bei Männern das Risiko, an einem Melanom zu erkranken

Männer, die täglich Aspirin einnehmen, haben ein fast doppelt so hohes Risko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken wie Männer, die dies nicht tun. Das zeigten Forscher der Northwestern University in Chicago.

In einer Umfrage aus dem Jahr 2015 berichtete etwa die Hälfte der befragten Erwachsenen in den USA von einer regelmäßigen Anwendung von Aspirin (ASS). Das hat nämlich auch eine wichtige vorbeugende Funktion: Die Acetylsalizylsäure wirkt blutverdünnend und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Auch soll Aspirin das Risiko anderer Krebs-Erkrankungen verringern.

Frauen hatten kein erhöhtes Melanom-Risiko

Die aktuelle Studie wertete nun Daten von fast 200.000 Patienten im Alter von 18 bis 89 aus, die bis dato nicht an einem Melanom erkrankt waren. Eine Gruppe nahm Aspirin, die andere nicht. In die Aspirin-Gruppe schloss die Studie nur Patienten ein, die zwischen Januar 2005 und Dezember 2006 mindestens ein Jahr lang täglich ASS einnahmen. Alle Probanden wurden mindestens fünf Jahre lang weiterbeobachtet.

Ergebnis: Von insgesamt 195.140 Patienten nahmen 1.187 regelmäßig Aspirin ein. Von diesen 1.187 Patienten hatten 26 (2,19 Prozent) eine anschließende Melanom- Diagnose im Vergleich zu 1,676 Patienten (0,86 Prozent) der Kontrollgruppe. Frauen hatten kein erhöhtes Melanom-Risiko durch ASS.

 

Aspirin kann Hautkrebs-Risiko bei Männer erhöhen

Angesichts der weit verbreiteten Einnahme von Aspirin und der potenziellen klinischen Auswirkungen in Form eines Melanoms, müssten sich Patienten und Gesundheitsdienstleister des erhöhten Hautkrebs-Risikos für Männer bewusst sein, sagte Studien-Autorin Dr. Beatrice Nardone, Research Assistant Professor der Dermatologie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine.

Sie schlug vor, die Patienten besser über die möglichen Nebenwirkungen der Sonnen-Exposition zu informieren, ihnen zu raten, Solarien zu meiden und regelmäßige Hautkontrollen durch einen Dermatologen durchführen zu lassem.

Aspirin-Therapie aber kenesfalls absetzen

Das bedeute nicht, dass Männer die Aspirin-Therapie absetzen sollten, betonte Nardone weiter. Ein Grund, warum das Erkrankungsrisiko für Männer höher war, könnte daran liegen,  dass sie eine geringere Menge schützender Enzyme wie die Antioxidantien Superoxid-Dismutase und Katalase ausschütten als Frauen.

"Diese niedrigeren Konzentrationen an schützenden Enzymen deuten darauf hin, dass ein höheres Niveau der resultierenden oxidativen Zellschädigung bei Männern zur Entstehung von Melanomen beitragen könnte", sagte Nardon. Die Studie wurde im Journal der American Academy of Dermatology veröffentlicht.

Foto: Siam/fotolia,com

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