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Arzneimittel Ausgaben noch stabil

Trotz Mehrausgaben für neue Medikamente und einem wachsenden Verordnungsvolumen haben die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in 2012 für Arzneimittel kaum mehr ausgegeben als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Arzneimittel-Atlas hervor.
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Ein geringerer Zwangsrabatt könnte die Arzneimittelausgaben bald in die Höhe treiben

Insgesamt 29,2 Milliarden Euro hat die GKV in 2012 für Arzneimittel ausgegeben. Damit sind die Arzneimittel-Ausgaben im Vergleich zu 2011 (29 Milliarden Euro) moderat um 214 Millionen Euro angestiegen. Von 2010 auf 2011 waren die Arzneimittel-Ausgaben der GKV insbesondere als Folge GKV-Änderungsgesetzes mit seinen Zwangsrabatten um 1,2 Milliarden gesunken.

Diese Zahlen wurden bei der Präsentation des Arzneimittel-Atlas 2013 am Dienstag in Berlin vorgestellt. „Seit Einführung der erhöhten Herstellerabgaben im Spätsommer 2010 ist im GKV-Arzneimittelmarkt eine massive Ausgabendämpfung zu beobachten“, sagte Prof. Bertram Häussler, Leiter des IGES Instituts und Autor des Arzneimittel-Atlas. 2012 seien die Ausgaben für Fertigarzneimittel sogar um 64 Millionen Euro zurückgegangen, obwohl zahlreiche neue Präparate auf den Markt gekommen seien und das Verordnungsvolumen weiter wachse, betonte Häussler.

Ab 2014 könnten die Arzneimittel-Ausgaben wieder steigen

Das wachsende Verordnungsvolumen hat laut Arzneimittel-Atlas im Jahr 2012 zu Mehrausgaben in Höhe von 728 Millionen Euro geführt. Gleichfalls gab die GKV 683 Millionen Euro mehr für neue Arzneimittel aus. Diese Mehrausgaben wurden Häussler zufolge aber durch die Einführung neuer Generika und erneute Preissenkungen „mehr als aufgefangen." So konnten die Kassen allein durch Generikasubstitution rund 684 Millionen Euro einsparen. Auch die Preiskomponente senkte 2012 die Ausgaben, allerdings mit 459 Millionen Euro deutlich geringer als 2011 mit fast 1,9 Milliarden Euro. Hier sind als Ursache vor allem Absenkungen der Listenpreise, aber auch die weiterhin steigende Rabattquote zu nennen.

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Bei 16 Arzneimittelgruppen identifizierten die Autoren des Arzneimittel-Atlas in 2012 einen Ausgabenanstieg: An erster Stelle lagen – wie bereits in den Vorjahren – die Immunsuppressiva mit 231 Millionen Euro, gefolgt von den antiviralen Mitteln zur systemischen Anwendung mit 162 Millionen Euro. An dritter Stelle lagen die antithrombotischen Mittel mit 124 Millionen Euro.

Weniger gaben die Kassen laut Arzneimittel-Atlas  indes für Mittel mit Wirkung auf das Renin-Angiotensin-System, Psycholeptika und Psychoanaleptika aus. Ursache waren in diesen Gruppen erhebliche Einsparungen durch Generikasubstitution.

Da sich Ende 2013 der so genannte Zwangsrabatt von 16 auf sechs Prozent reduziert, hält Arzneimittel-Atlas Autor Bertram Häussler einen Anstieg der Arzneimittel-Ausgaben im kommenden Jahr für sehr wahrscheinlich. Die vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer rechnet allerdings mit stabilen Preisen. „Patentausläufe und Individualrabatte schaffen immer wieder finanziellen Bewegungsraum in der GKV, um neue Arzneimittel und damit neue Therapieoptionen für Patienten in die Erstattung zu integrieren.“ Auch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) werde auf die Arzneimittelpreise einwirken.

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Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

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