Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Aromatherapie unterstützt Pflege

Dienstag, 26. Juni 2018 – Autor:
Düfte können anregend wirken und den Heilungsprozess unterstützen. Das haben inzwischen auch Krankenhäuser erkannt. Auf manchen Stationen wird die Aromatherapie als komplementäre Pflegemethode angewandt.
Aromapflege, ätherische Öle

Aromapflege ist ein neuer Trend: Erste Krankenhäuser nutzen bereits die heilsame Wirkung von ätherischen Ölen

Vanille zur Schmerzlinderung, Mandarinen-Aroma zur Anregung der Durchblutung und Lavendelduft statt Schlaftabletten – die Aromatherapie wird neuerdings auch in der Pflege in Krankenhäusern eingesetzt. Das Universitätsklinikum Dresden nutzt die komplementäre Pflegemethode beispielsweise auf den Intensivstationen der Kliniken für Anästhesie und für Neurologie sowie den medizinischen Kliniken. „Die natürlichen Düfte und Essenzen der Pflanzen und der daraus gewonnenen Öle unterstützen den Heilungsprozess und fördern das Wohlbefinden der Patienten“, sagt die Aromaexpertin und Krankenpflegerin Bianca Braune. Die ausgebildete und ärztlich geprüfte Expertin für Aromapflege pflegt Patienten, die sich einer Knochenmarkstransplantation am Universitätsklinikum unterziehen.

Gegen Beschwerden und Nebenwirkungen

Vanille-Extrakt und Lavendel-Aroma wirke zum Beispiel schmerzstillend und beruhigend. Der Duft von roter Mandarine fördere dagegen unter anderem die Durchblutung und den Lymphabfluss sowie die Verdauung, weiß die Expertin. „Düfte beziehungsweise Aromen können gegen Beschwerden genauso eingesetzt werden wie gegen die Nebenwirkungen starker Medikamente, wie sie etwa in der Krebstherapie zum Einsatz kommen“, sagt Braune.

In der Aromapflege kommen ätherische Öle verschiedenster Pflanzen zum Einsatz. Die stark duftenden Substanzen wirken körperlich über die Haut und Schleimhaut sowie über den Geruchssinn auf das vegetative und zentrale Nervensystem. Zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten zählen das Beduften eines Zimmers, Waschungen und Bäder, Auflagen und Kompressen sowie Einreibungen und Massagen. So kann mit ätherischen Ölen beispielsweise die Atmung bei einer Lungenentzündung verbessert werden.

 

Ergänzung zur Schulmedizin

„Die Aromapflege ist eine wichtige Ergänzung zu den vielfältigen schulmedizinischen Therapien und wird in fast allen Kliniken des Universitätsklinikums Dresden auf Wunsch der Patienten eingesetzt. Damit reduzieren wir den Medikamentenverbrauch und erleben eine größere Patientenzufriedenheit“, sagt Pflegedirektorin Jana Luntz.

Eine Studie an zehn Krankenhäusern im US-amerikanischen Minneapolis zeigte kürzlich, dass die Aromatherapie typische akute Leiden von Krankenhauspatienten deutlich verringern kann. Süßer Majoran konnte danach das Schmerzgeschehen am besten beeinflussen. Gegen Angstgefühle halfen Lavendel und ebenfalls süßer Majoran, bei Übelkeit war Ingwer am erfolgreichsten.

Foto: pixabay

Hauptkategorien: Pflege , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Komplementärmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Komplementärmedizin

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Die Wirkungen und Nebenwirkungen der Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise seien kaum zu beurteilen. Das erklärte Prof. Hendrik Streeck am Freitag in Berlin. Der Virologe gehört zu der Sachverständigenkommission, die diese evaluieren sollte.

Hunde haben einen außergewöhnlichen Geruchssinn. In Studien wurde bereits gezeigt, dass sie eine akute Covid-19-Infektion erkennen können. Jetzt wurde das auch für Long-Covid gezeigt. Über das Phänomen berichtet die Tierärztliche Hochschule Hannover.

 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin