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Arbeitslosigkeit macht oft auch den Partner psychisch krank!

Arbeitslosigkeit erhöht das Risiko, psychisch zu erkranken. Dies gilt jedoch nicht nur für die Arbeitslosen selbst, sondern auch für ihre Lebenspartner. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Arbeitslosigkeit kann auf die Psyche schlagen - auch beim Lebenspartner!

Der Verlust der Arbeit verschlechtere die psychische Gesundheit – und zwar die des unmittelbar Betroffenen und des Lebenspartners, heißt es in der Studie. Das Ausmaß der Verschlechterung ist beim (arbeitenden) Lebenspartner sogar mit dem des arbeitslosen Lebenspartners vergleichbar. Und die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hängen nicht davon ab, welcher Partner arbeitslos wird: Männer und Frauen leiden gleichermaßen unter der Arbeitslosigkeit des Lebensgefährten. Schon lange hatten Experten die Vermutung, dass sich die Arbeitslosigkeit des einen Partners auch auf die psychische Gesundheit des (eigentlich nicht unmittelbar betroffenen) Partners überträgt. Jedoch gab es keinen wissenschaftlichen beleg dafür. „Die vorliegende Studie trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei“, schreibt das DIW.

Auswirkung von Arbeitslosigkeit: DIW schließt mit der Studie Forschungslücke

Die Gesundheitsexperten des DIW analysierten Daten des sozioökonomischen Panels, die gemeinsam vom DIW und TNS Infratest Sozialforschung in einer Längsschnittstudie regelmäßig erhoben werden. Das sozioökonomische Panel ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung deutscher Privathaushalte. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie werden seit 30 Jahren jährlich 30.000 Personen in 15.000 Haushalten in Deutschland zu Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit befragt. Untersucht wurden aus diesem Panel in den Befragungsjahren 2002 bis 2012 der Gesundheitszustand von Personen, die aufgrund von Betriebsschließungen arbeitslos geworden sind, und der ihrer Partner.

 

Auch auf die Psyche des nicht arbeitslosen Lebenspartners sollte geachtet werden!

Die Untersuchungen aus dem ursprünglichen Panel hatten gezeigt, dass Arbeitslose früher sterben, häufiger rauchen und öfter psychische Krankheiten haben. Ein ähnlicher Zusammenhang zeigte sich auch für die im selben Haushalt lebenden verheirateten oder unverheirateten Partner der Arbeitslosen. Um auszuschließen, dass die Wirkungsrichtung genau anders herum ist – also eine psychische Erkrankung ursächlich für die Arbeitslosigkeit ist, wurden ausschließlich Menschen eingeschlossen, die aufgrund von Betriebsschließungen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Das Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit beeinträchtigt die psychische Gesundheit tatsächlich kausal. Im Schnitt reduziert sich die eigene psychische Gesundheit um 2,3 Punkte, die des Partners nur um unwesentlich weniger Punkte: 1,9.

Die Studienergebnisse zeigen, dass zukünftig ein stärkerer Fokus auf die Konsequenzen von Arbeitslosigkeit für die psychische Gesundheit der Familienmitglieder gelegt werden muss. Denn die Kosten, die Arbeitslosigkeit im Gesundheitswesen verursacht, werden unterschätzt, wenn die Folgen für die Lebenspartner unberücksichtigt bleiben.

Foto: zimmytws - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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