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13.10.2021

Antibiotika könnten Darmkrebs-Risiko besonders bei Jüngeren erhöhen

Der unnötige Einsatz von Antibiotika sollte unbedingt weiter reduziert werden. Ein Studie deutet darauf hin, dass diese Arzneimittel das Risiko für Darmkrebs insbesondere bei Personen unter 50 Jahren erhöhen können.
Antibiotika könnten Darmkrebs begünstigen

Zwischen 2000 und 2015 ist der Antibiotikaverbrauch weltweit geschätzt um 65 Prozent gestiegen. Eine Studie der Universität Aberdeen bringt  den Einsatz von Antibiotika mit dem wachsenden Risiko von Darmkrebs besonders bei jüngeren Menschen in Verbindung.

Das Auftreten von Darmkrebs hat in den letzten zwei Jahrzehnten mit einer Rate von mindestens 3 Prozent pro Jahr zugenommen hat. Dazu dürften auch Fast Food, zuckerhaltige Limonaden, Fettleibigkeit und Alkohol  beigetragen haben. Aber eben nicht nur.

Antibiotika könnten Darmkrebs-Risiko bei Jüngeren erhöhen

Die Studienautoren werteten eine schottische Gesundheitsdatenbank aus, in der fast 2 Millionen Menschen erfasst sind. Im Anschluss untersuchten sie fast 8.000 Menschen mit Darmkrebs und Menschen ohne Darmkrebs. Es stellte sich heraus, dass die Verwendung von Antibiotika in allen Altersgruppen mit einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs verbunden war.

Das Risiko war bei den unter 50-Jährigen um fast 50 Prozent im Vergleich zu 9 Prozent bei den über 50-Jährigen erhöht. Bei den Jüngeren stand die Verwendung von Antibiotika vor allem mit Krebs auf der rechten Seite des Dickdarms in Zusammenhang.

 

Chinolone mit bestimmten Krebsarten verbunden

Chinolone und Sulfonamide/Trimethoprim, die zur Behandlung einer Vielzahl von Infektionen eingesetzt werden, werden mit eben diesen Krebsarten in Verbindung gebracht. Studienautor Dr. Leslie Samuel erklärte, dass der Inhalt der rechten Seite des Dickdarms flüssiger ist und dass die dort lebenden natürlichen Bakterien, das sogenannte Mikrobiom, anders zusammengesetzt sein können als weiter entlang des Dickdarms.

"Wir wollen nun herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Antibiotikaeinsatz und Veränderungen im Mikrobiom gibt, die den Dickdarm gerade bei jüngeren Menschen anfälliger für Krebs machen können", so Samuel.

Jüngere haben noch kein Darmkrebs-Screening

Ärzte untersuchen einen Patienten mit Unterleibsbeschwerden seltener auf Dickdarmkrebs, wenn er 30 Jahre alt ist als wenn er 70 Jahre alt ist, und jüngere Patienten kommen nicht für ein Darmkrebs-Screening in Frage. Daher wird ihr Krebs normalerweise am einem späteren Stadium, erkannt, wenn es schwieriger zu behandeln ist. Daher sollten Ärzte auch bei jüngeren Patienten mit abdominalen Symptomen an Darmkrebs denken. Die Studie erschien im Fachmagazin Annals of Onkology.

Foto: Adobe Stock/neirfy

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