Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
25.04.2016

Allergien vor dem Auftreten verhindern?

Allergien könnten bereits vor dem Auftreten durch eine einzige Impfung verhindert werden. Diese Hoffnung vermittelt ein neuer Forschungs-Ansatz der Medizinischen Universität Wien.
Einige Pollenallergiker reagieren auf Gräserpollen

Forscher testen vorbeugende Impfung mit Allergenen wie etwa Gräserpollen

Den Wissenschaftlern gelang es, Allergene an köpereigene weiße Blutkörperchen zu binden, um bei einem zukünftigen, möglichen Kontakt mit dem betreffenden Allergen eine Toleranzreaktion auszulösen. Sie bedienten sich dazu einer Methode, die in der Transplantationsmedizin eingesetzt wird – nämlich das Auslösen einer immunologischen Toleranzreaktion für das Spenderorgan.

Die im Fachmagazin EBioMedicine erschienene Studie wurde von der Universitätsklinik für Chirurgie und dem Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung durchgeführt.

In Körper eingeschleuste Allergene verhindern Allergie

Die Mäuse, deren weiße Blutkörperchen mit den jeweiligen Allergenen – das sind Proteine, auf die das Immunsystem bei einer Allergie unnötig stark reagiert – verbunden wurden, blieben nachhaltig gegenüber der Allergie resistent.

Zuerst werden dafür die weiße Blutkörperchen entnommen, mit dem Allergen versetzt und anschließend mit einem Biologikum, das aus der Rheumatologie bekannt ist (Wirkstoff Abatacept) und einem Mittel aus der Immunsuppression und Onkologie (Sirolimus) wieder injiziert.

Das derart eingeschleuste Allergen schlummert praktisch wie ein trojanisches Pferd auf der Zelle. Kommt es dann zu einem Kontakt mit dem Allergen, etwa mit Gräserpollen, ist der Körper immun gegen diesen vermeintlichen Angriff beziehungsweise toleriert die betreffenden Proteine.

 

Mit einer einzigen Impfung Allergie unterbinden?

Thomas Wekerle, Experte für Transplantationsimmunologie: „Die nachhaltige Wirkung erweckt Hoffnung auf unsere Vision eines lebenslangen Schutzes vor Allergien mit nur einer einzigen Impfung.“ Für einen Einsatz in der Klinik seien aber noch weitere, jahrelange Studien notwendig.

Generell könnten aber vor allem zunächst Risikogruppen geimpft werden – zum Beispiel Kinder, deren Eltern an Allergien leiden. Ziel: Die Allergie gar nicht erst zum Ausbruch kommen zu lassen, damit schwere Folgen wie etwa Asthma, das sich aus Heuschnupfen beziehungsweise einer Pollenallergie entwickeln kann, ausbleiben.

Allergene können ganz gezielt ausgewählt werden

Das Praktische ist, dass es sozusagen eine Landkarte der Allergene gibt, so Studien-Autor Rudolf Valenta. „Man weiß ganz genau, welche Allergene bei einer Allergie wirken, daher könnte man das nützen, um die Zellen ganz gezielt zu immunisieren und tolerant zu machen.“

Bislang können Allergien nur nach ihrem Auftreten bekämpft werden -  mit einer mehrere Jahre dauernden Spritzentherapie. Bei solch einer spezifischen Immuntherapie (SIT) wird der Körper in steigenden Dosen an das Allergen gewöhnt.

Foto: Ingo Bartussek

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Allergie , Heuschnupfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pollenallergie

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Klimaanlagen, Zigarettenqualm, langes Sitzen vorm PC-Bildschirm: So können situativ trockene Augen entstehen, die reiben und schmerzen. Trockene Augen können aber auch eine chronische Krankheit sein. Hier ein paar Tipps dazu von Experten.


Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin