Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Alle wichtigen Infos zur Booster-Impfung

Dienstag, 30. November 2021 – Autor:
Gleicher Impfstoff – oder anderer Impfstoff? Wie viele Monate nach der Erst-Impfung brauche ich eine Auffrischung? Wo kann ich mich impfen lassen? Diese Fragen stellen sich viele angesichts der explodierenden Infektionszahlen in der vierten Corona-Welle. Experten der „Barmer“ beantworten die wichtigsten Fragen rund um die „Booster-Impfung“.
mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer in Glasampullen mit Spritzennadel.

Für die Auffrischungs-Impfung gegen Covid-19 werden aktuell die beiden mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer empfohlen. – Foto: AdobeStock/Wolfilser

Erst galt das nur für die im Frühjahr zuerst geimpften Menschen mit besonders hohem Corona-Risiko. Doch jetzt, angesichts rasant steigender Infektionszahlen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Erwachsenen ab 18, sich die Auffrischungs-Impfung  abzuholen – den „Booster“.

Doch was muss man wissen und beachten? Wie viele Monate sollten zwischen der abgeschlossenen Erstimpfung und einer Auffrischung liegen? Wo kann man sich impfen lassen (viele Impfzentren gibt es ja nicht mehr)? Und ist der „Booster“ am wirksamsten, wenn derselbe Impfstoff verwendet wird – oder ein anderer? Die wichtigsten Fragen rund um die Booster-Impfung beantworten Experten der Krankenkasse „Barmer“.

Was ist der Sinn der Booster-Impfung?

Wie lange der Impfschutz durch die Corona-Impfstoffe anhält, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt – die ersten Impfungen in Deutschland liegen noch nicht einmal ein Jahr zurück. Was man weiß, ist, dass sich der erreichte Immunschutz nach einigen Monaten langsam abbaut. Die Booster-Impfung soll den Schutz der sich abbauenden Grundimmunisierung auffangen.

 

Nach welcher Zeit ist eine Auffrisch-Impfung notwendig?

In der Regel wird die Booster-Impfung sechs Monate nach der letzten Erst-Impfung verabreicht. In einigen Fällen ist eine Auffrisch-Impfung schon früher sinnvoll: Wer mit dem Vektor-Impfstoff „Janssen" des Herstellers Johnson & Johnson geimpft wurde, kann bereits nach vier Wochen eine Auffrisch-Impfung erhalten. Ebenso kann der Arzt bei einer schweren Immunschwäche eine Auffrischung schon nach 4 Wochen empfehlen.

Wer erhält eine Auffrisch-Impfung?

Grundsätzlich empfiehlt die STIKO die Booster-Impfung für alle ab 18. Für unter 18-Jährige ist die Booster-Impfung aufgrund der Zulassung nicht möglich. Eine einzige Ausnahme besteht für Jugendliche mit einer schweren Immunschwäche. Dann ist eine Auffrisch-Impfung mit „Comirnaty" (Biontech/Pfizer) bereits ab 12 Jahren möglich.

Für welche Personengruppen ist das „Boostern" besonders wichtig?

Der Impfschutz, der über die Grundimmunisierung erreicht wird, kann sich bei älteren Menschen und bei immunschwachen Menschen nicht so gut aufbauen. Das liegt daran, dass deren Immunsystem nur eingeschränkt auf die Impfung reagiert. Dazu kommt, dass sich bei ihnen der (ohnehin geringere) Impfschutz auch noch schneller wieder abbaut.

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Auffrisch-Impfung besonders für

  • Personen, die älter als 70 Jahre sind und im Mai oder früher gegen Corona geimpft wurden.
  • Personen mit einer Immunschwäche, die im Mai oder früher gegen Corona geimpft wurden.
  • Pflegepersonal und Betreute, die im Mai oder früher gegen Corona geimpft wurden.

Wo erhalte ich die Auffrisch-Impfung gegen Covid-19?

Geimpft werden kann zum Beispiel in der Arztpraxis, durch einen Betriebsarzt, in Impfstationen oder durch mobile Impfteams. Zudem öffnen in vielen Städten auch wieder die Impfzentren oder es werden Impfaktionen an zentralen Plätzen angeboten. Wenn Sie eine Arztpraxis besuchen, können Sie einfach wie gewohnt einen Termin direkt in der Praxis vereinbaren. Impfstationen bieten oft eine Impfung ohne Termin an. Welche Angebote sich in ihrer Nähe befinden erfahren Sie auf den Internetseiten der Bundesländer oder unter der 116.117 – der bundeseinheitlichen Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts.

Welche Impfstoffe werden fürs Auffrischen verwendet?

Die Auffrisch-Impfung erfolgt mit einem mRNA-Impfstoff – und zwar auch dann, wenn für die Grundimmunisierung ein Vektor-Impfstoff verwendet wurde. mRNA-Impfstoffe sind „Comirnaty" von BioNTech/Pfizer und „Spikevax" von Moderna.

Empfehlung für Leute unter 30:

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Personen unter 30 Jahren, nur mit „Comirnaty" (Biontech/Pfizer) zu boostern. Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen treten bei jungen Menschen unter 30 Jahren häufiger bei Anwendung von „Spikevax" (Moderna) als bei Comirnaty auf. Die Nebenwirkung ist zwar selten, kann aber im sehr seltenen Einzelfall und in Verbindung mit Vorerkrankungen tödlich verlaufen.

Empfehlung für Leute über 30:

Bei Menschen über 30 Jahren trat diese Nebenwirkung bei beiden mRNA-Impfstoffen gleich häufig beziehungsweise selten auf. Deshalb kommen für sie für das Boostern beide mRNA-Impfstoffe gleichermaßen infrage. Beim Moderna-Impfstoff ist dabei nur die halbe Dosis wie bei der Grundimmunisierung notwendig.

Welche Impfreaktionen können bei der Booster-Impfung auftreten?

In den Tagen nach der Impfung, wenn die Impfung beginnt, das Immunsystem anzukurbeln, zeigen sich vergleichbare Impfreaktionen wie bei der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber.

Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Immunsystem , Infektionskrankheiten , Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Covid-19-Booster-Impfung“

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Hunde haben einen außergewöhnlichen Geruchssinn. In Studien wurde bereits gezeigt, dass sie eine akute Covid-19-Infektion erkennen können. Jetzt wurde das auch für Long-Covid gezeigt. Über das Phänomen berichtet die Tierärztliche Hochschule Hannover.


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin