. Schutz fürs Herz

Alkoholreduktion senkt Blutdruck

In Deutschland leiden etwa 20 Millionen Erwachsene an Bluthochdruck. Das kann verschiedene Gründe haben. Was vielen nicht klar ist: Auch wer täglich Alkohol konsumiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten Blutdruck.

Wer seinen Alkoholkonsum reduziert, kann damit auch den Blutdruck senken

Alkohol ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzschwäche. Zum einen verstärkt er Entzündungsprozesse im Körper, die Arteriosklerose fördern. Zum anderen erhöht ein regelmäßiger Konsum den Blutdruck, was wiederum schädlich für die Gefäße ist. Forscher um Michael Roerecke vom Institute for Mental Health in Toronto haben nun untersucht, wie es sich auf den Blutdruck auswirkt, wenn die tägliche Zahl der alkoholischen Getränke reduziert wird.

Starke Trinker profitieren bereits von einer Reduktion der Dosis

Für ihre Studie werteten die Forscher die Daten von 36 Studien, aus denen insgesamt 2865 Personen teilgenommen hatten, aus. In allen Studien hatten die Teilnehmer ihren Alkoholkonsum reduziert. Wie sich zeigte, ist eine Dosisreduktion vor allem für jene Menschen sinnvoll, die täglich mehr als zwei Gläser Alkohol (12 Gramm reiner Alkohol pro Getränk) zu sich nahmen. Dabei war eine Dosisabhängigkeit des Effekts erkennbar. Bei denen, die sowieso weniger tranken, zeigten sich hingegen keine nennenswerten Folgen einer weiteren Reduktion auf den Blutdruck.

Bei starken Trinken hingegen, die täglich vier bis fünf Drinks zu sich genommen hatten, sank der Druck durch eine Dosisreduktion auf die Hälfte um 3,0 mmHg systolisch und 1,9 mmHg diastolisch. Noch stärker zeigte sich der Einfluss des Verzichts in der Gruppe, die mehr als sechs Drinks zu sich nahmen. Bei ihnen sank der systolische Druck im Durchschnitt um 5,5 mmHg, der diastolische um 4 mmHg.

Die Forscher berechneten auch, welche Auswirkungen es insgesamt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnte, wenn Personen, die täglich mehr als zwei Drinks zu sich nehmen, ihren Alkoholkonsum reduzierten. Dabei kamen sie in Großbritannien auf 7000 weniger Klinikeinweisungen und 678 weniger kardiovaskuläre Todesfälle pro Jahr. Zudem ist die Studie nach Ansicht der Autoren ein Hinweis dafür, dass bei starken Trinkern schon eine Reduktion auf zwei oder weniger Drinks pro Tag der erste Schritt einer Hypertonie-Therapie sein.

Alkohol ist bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wie schädlich Alkohol für das Herz ist, konnten frühere Studien allerdings noch deutlicher zeigen. So hatten erst vor kurzem Forscher der Universität in San Francisco nachgewiesen, dass Menschen, die übermäßig viel Alkohol zu sich nahmen, doppelt so häufig von Vorhofflimmern betroffen waren. Ihr Risiko für eine Herzinsuffizienz war sogar 2,3-mal so hoch – damit erhöht Alkoholmissbrauch die Wahrscheinlichkeit für eine Herzschwäche stärker als Blutdruck oder Rauchen. Zudem erlitten Patienten mit entsprechendem Verdacht 1,4-mal so häufig einen Herzinfarkt wie Personen, bei denen nichts auf Alkoholmissbrauch hindeutete.  

Foto: © Klaus Eppele - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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